Uruguay – Südkorea  2:1

Schade! Ich hätte die Koreaner gerne noch mal gesehen.

Da gibt es kein Fickili-Fackili, wie meine Oma selig immer gesagt hat, da geht es 90 Minuten volle Pulle. Und Pech haben sie auch, Pfostenknaller in der ersten Halbzeit durch Park.

Sieg der Urus durch … genau, einen Torwartfehler, und ein Weltklassetor, beide durch Suarez, der in Holland spielt.

Ausgleich der Koreaner in der zweiten Halbzeit durch den Einwechselstürmer und da habe ich gedacht, Jungs, gebt die Sauerstoffzelte aus, die Urus pumpen wie die Maikäfer. Sie haben sich aber am Riemen gerissen und dann hat die  glücklichere, erfahrenere und abgezocktere Mannschaft gewonnen.

Trotzdem Chapeau ihr Südkoreaner, Gewinner der Herzen seid ihr und im Direktvergleich mit den Nachbarn liegt ihr zwar nicht bei den Kernsprengköpfen, aber sonst weit vorne. Schwächster Mann auf dem Platz übrigens unsere FIFA-Pfeife Stark.

 

USA – Ghana 1:2

Schade Nr. 2 – hoffentlich geht das nicht so weiter.

Aber zunächst zeigt das Ergebnis, dass unsere Jungs nicht so mies gewesen sein können im letzten Gruppenspiel. Wie auch immer, beide Teams spielen das was sie können, die Amis versuchen sich als Kollektiv, die Ghanaer zeigen Technik, Leichtfüßigkeit und Athletik.

Schon nach wenigen Minuten das 1:0 für Ghana durch Boateng, den wir fußballerisch gebrauchen könnten (sonst aber - danke für´s Gespräch) und hier sah Tim Howard nicht wirklich gut aus, durch das von ihm an sich abzudeckende kurze Eck hätte Godzilla durchlaufen können ohne anzuecken.

Die Amis sind jetzt total von der Rolle, Bob Bradley nimmt Clark raus und bringt Edu. Clark wird von seinem Trainer in den Arm genommen und getröstet, no wonder, Achtelfinale passé nach etwa 30 Minuten.

In der zweiten Halbzeit gleicht Donovan durch berechtigten Elfer aus.

1:1 nach 90 Minuten und in der ersten Halbzeit der Verlängerung die Katastrophe – 2:1 für Ghana durch Gyan. Jetzt haben die Boys mächtig Blei in den Knochen, kein Wunder, diese Stehaufmännchen sind in jedem Spiel zurückgekommen, irgendwann ist der Akku leer.

Trotzdem, und dafür bewundere ich sie, bäumen sie sich noch einmal auf, aber die Pille will nicht rein, auch weil Kingson sehr gut hält.

Man stelle sich nur vor, sie hätten sich in der Vorrunde nicht so aufreiben müssen, weil ihnen reguläre Tore aberkannt wurden von selten inkompetenten Idioten, die die FIFA unter irgendwelchen Steinen hervorgezogen hat, wahrscheinlich weil man beim jeweiligen Verband im Wort stand. Aber nun gut, Ghana ist weiter, Ende der Durchsage.

 


Deutschland – England 4:1

Wow!

Unsere Jungs übernehmen sofort die Initiative, der Ball läuft gut und ruhig, die Engländer schwach.

Dann dieser Torpedoabstoß durch Neuer, jeder denkt, das kann nichts geben, da stehen die Lions wie ein Rudel hungriger Raubtiere, um Klose, für den der Ball ist, abzukochen. Klose setzt sich aber gegen Terry und Upton – Achtung! – durch wie ein Panzer und legt den Ball gedankenschnell und technisch perfekt am herausstürzenden James vorbei ins Eck.

Der "Sonnenhof" in Lautenbach  explodiert und das kurz darauf noch einmal, als Podolski – jeder denkt, er ist zu weit nach außen abgedriftet – mit einem knallharten Schuss James tunnelt.

Die Jungs lassen es jetzt leider falsch zu ruhig angehen, die Engländer machen mehr auf und Neuer muss eine gefährliche Situation entschärfen, gut gemacht.

Dann klappt es nach der Flanke auf Upton nicht zwischen Neuer und Boateng. Upton köpft den Anschlusstreffer. Neuer war zu spät, ich weiß nicht, ob er sich auch auf Boateng verlassen und deshalb mit dem Rauslaufen gezögert hat, es ist und bleibt aber sei Fehler.

Durchatmen, aber das was jetzt kommt, gibt keinen Anlass zur Ruhe. Lampard jagt einen Schuss an die Latte, von vorne ist nicht zu erkennen, ob er hinter die Linie prallt, Neuer schnappt ihn sich sofort und spielt weiter, cool.

Die Wiederholung zeigt dann deutlich, dass wir ab sofort besser nicht mehr übers Wembleytor quatschen, das ist jetzt Geschichte, die deutsche (Fußball)Seele ist wieder knitterfrei.

Von Rooney weit und breit nichts zu sehen. Auffällig ist übrigens, dass gerade Friedrichs ein fantastisches Spiel macht. Mit 2:1 in die Pause, nach der die Engländer Druck machen und Lampard wieder die Latte trifft. Ich glaube, Neuer wollte keine Ecke produzieren und in der Wiederholung sieht man, dass der Ball normalerweise deutlich über den Kasten gegangen wäre, aber hinter Neuer plötzlich absackt. Glück gehabt.

Dann aber geht bei uns die Post ab. Zwei Tore durch Müller kurz nacheinander im Gefolge fantastischer Konter unserer Jungs zwischen der 66. und 75. Minute, es gibt kein Halten mehr. Das war´s, das merken auch die Engländer.

Glücklicherweise lag es nicht an dem vermaledeiten nicht gegebenen Tor. Letztlich egal. Ich bin mir sicher, dass die Engländer auch bei einem 2:2 so weitergespielt hätten, denn eine Verlängerung mit dem Risiko eines Elfmeterschießen will da erkennbar niemand.

Selbst wenn sie es etwas ruhiger hätten angehen lassen, an diesem Tag waren sie den Deutschen nicht gewachsen. Das sieht auch der überwiegende Teil der britischen Presse so, ein Kommentator meinte, man könne zwar sagen, dass auch Frankreich und Italien ausgeschieden sind, die hätten aber wenigstens eine glorreiche (jüngere) Vergangenheit.

Ja, die englische Mannschaft hat zweifelsohne stark enttäuscht, das wird auch erst wieder was, wenn es gelingt EIN TEAM aufzubauen. Abgesehen vielleicht von Gerrard, der wirklich WOLLTE, eine einzige Enttäuschung und Wayne Rooney entwickelt wohl allmählich einen Turnierkomplex. Immer angekündigt als Superstar wie Messi, Kaka oder Torres und dann geendet als Bettvorleger. Einen, wohlgemerkt einen Schuss aufs deutsche Tor hat er abgegeben und der zertrümmerte um ein Haar das Flutlicht.


 Argentinien - Chile  3:1

Hab ich nicht gesehen, ich habe noch nachgeschwitzt (4:1).

 


Niederlande - Slowakei  2:1

Die Slowaken wirken behäbig und ohne Feuer, so kann das nichts werden. Vittek hat zwar Chancen, macht aber nichts draus.

Und den Slowaken hat auch niemand gesagt, dass Robben nach innen zieht und schießt. 1:0. Van Persie wird durch Huntelaar ersetzt und macht das, worüber die Oranjes immer gestolpert sind - er ärgert sich über seine Auswechslung (Majäschdädsbeleidigung, wie mir - de Löw Jogi zum Beischbiel - hier sagen) anstatt ans Team zu denken. Seine Jungs machen das aber gut und souverän, ohne glänzen zu müssen.

Dann Mucha mit einem  idiotischen Ausflug, der auch sofort schief geht, Kuyt allein vor dem leeren Tor, legt quer und Sneijder macht die Pille rein.

In der Nachspielzeit dann noch der sterbende Schwan durch Vittek, der Schiri fällt drauf rein und zeigt auf den Punkt, 2:1.

Danach ist eine überwiegend langweilige Partei herum und die Oranjes werden sich mutmaßlich gegen Brasilien steigern müssen. Für mich ist übrigens der Umstand ein Zeichen allgemeiner Entspannung, dass wirklich niemand, den ich kenne einem Duell mit den Oranjes entgegenfiebert.

Auch die britische Presse hat ganz überwiegend die Panzer in der Garage gelassen, hie und da ein paar "huns", das war es aber auch. Gut.


 

Brasilien – Chile 3:0

Die Männer des Spiels sind für mich Howard Webb (nebst Linienrichter) und Dunga. Der Engländer Webb lässt die Diskussion um beschissene Pfeifenleistungen mit einer erstklassigen Leistung verstummen und wenn ich mir vorstelle, welchem Druck Dunga ausgesetzt war, dann ist die Kuranyi-, Klose- oder Podolski-Diskussion um Löw ein Kinkerlitzchen. Wenn ein Trainer wirklich unter Druck stand, dann Dunga.

Ich habe nicht viel vom Spiel mitbekommen (Grillwetter), aber die Tore habe ich gesehen. Bemerkenswert fand ich auch die grenzenlose Erleichterung in Dungas Gesicht, diese Steinlawine, die sich ihren Weg vom Peak der brasilianischen Seele zu Tal bahnte.

Johan Cruyff war ja der Meinung, die bisher beste Mannschaft sei aus seiner Sicht Chile gewesen. Tja.

Ich bin mittlerweile geneigt, neben dem Firlefranz als weiteres WM-Kasperle King John zu akzeptieren.

Es ist zweifelsohne toll, was die Chilenen da so zelebrieren, das Problem ist nur, dass das Spiel zwar Fußball heißt, der Sinn aber darin besteht, den am Fuß geführten oder mittels selbigem gepassten Ball auch in ein Behältnis einzuführen, der etwa sieben Meter breit und ungefähr zwo Meter fuffzich hoch ist.

Das hat den Chilenen aber niemand gesagt und deshalb verlebt der brasilianische Keeper einen relativ geruhsamen Abend. Die Brasileiros wiederum bringen alles mit, was erforderlich ist, um dieses Turnier zu gewinnen. Ballkontrolle in jeder Hinsicht,  taktisch, strategisch und überhaupt. Imponierend. Eiskalt. Effektiv. Kein karnevalistisches Hacke, Spitze, Cha Cha Cha oder zumindest nur dann, wenn es darauf ankommt und das hefte ich allein Dunga an.

Und ehrlich gesagt habe ich bis heute nicht verstanden, wie Uli Hoeneß Lucio ziehen lassen konnte. Brasilien hat eine Marke gesetzt und jetzt müssen wir sehen, wie unsere Freunde in orange (ohne jede Ironie!) damit zurechtkommen.


 

Paraguay – Japan 5:3 (n.E.)

Endlich Elfmeterschießen – das ist so ziemlich das Einzige, was von diesem Spiel kleben bleiben sollte.

Die Japaner spielen mit gebremstem Schaum, um kein Tor zu kassieren und die Paras bringt auch nichts Wesentliches zustande, außer dass sie nach der Verlängerung ihre Strafstöße mit einer teutonisch anmutenden Bierruhe knipsen. Komano bombt seinen Elfer an die Latte, hatte aber zuvor noch nie für sein Land getroffen. Muss ich dann so jemanden in einem historischen Spiel für Nippon schießen lassen?

 


Spanien – Portugal 1:0

Ich frage mich wirklich, wie es sein kann, dass Portugal Dritter der FIFA-Rangliste ist.

Das ist zwar bis etwa 10 Meter vor dem Strafraum gelegentlich gefällig anzuschauen, aber spätestens wenn Christiano Ronaldo die Pille bekommt, ist zappe. Noch so ein Superduperstar, den man in der Pfeife rauchen kann, aber was diesen Heini von anderen gescheiterten Topstars wie Rooney unterscheidet ist sein Egoismus.

Bezeichnend die Szene schon in der Nachspielzeit – Spanien führt durch Villa 1:0 -, Ronaldo hat den Ball, vier seiner Kollegen haben sich am spanischen Strafraum aufgereiht und was macht dieser Pfau? Genau, er versucht, aus 950 Metern aufs Tor zu schießen und das Ding wird zur Lächerlichkeit in Tüten, ich glaube, Casillas stoppt den Ball mit dem Fuß.

Der Sprecher nennt Villa penetrant den „Abseitstor-schützen“.

Das ist unfair, der Angriff war astrein und sonst nerven einen Steffen Simon und Konsorten doch auch immer mit dem „Im Zweifel für den Angreifer“.

Die Schiris hatten recht, das laufen zu lassen und verdient war es auch. Zwar rannten die Spaniels zu oft und zu lang immer wieder durch die Mitte gegen den portugiesischen Beton an, es zeichnete sich aber dann nach und nach ab, dass das irgendwann Früchte tragen würde, zumal Sergio Ramos, als Außenverteidiger praktisch das Beste, das ich – neben Philip Lahm versteht sich – bei dieser WM auf dieser Position gesehen habe, seinen Gegenspieler Coentrao ein ums andere Mal vernascht.

Ein Totalausfall übrigens der zweite Teenie-Liebling – Fernando Torres. Die Post geht vorne erst richtig ab, nachdem er das Feld für Fernando Llorente geräumt hat.

Spanien ist so gut wie im Halbfinale, denn das was ich von Barrios und Kollegen gesehen habe, reicht für die Meister des schnellen Passspiels nie. Die können sich nur durch pure Arroganz selbst schlagen und daran glaube ich bei den Effizienz-Aficionados offen gestanden nicht.

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