Mit gehörigem Abstand hat TS jetzt der "Welt" ein Interview gegeben, Interviewer waren die notorischen Andrea Seibel und Henryk M. Broder.

Sarrazin u.a.:

"Ich habe immer versucht, das Abstrakte mit dem Konkreten zu verbinden. Und das hat viele irritiert, vor allem, wenn es zu unerwarteten Resultaten geführt hat.

Ich sag Ihnen ein Beispiel. Alle reden davon, die deutsche Wirtschaft muss flexibler werden. Wir müssen uns dem internationalen Wettbewerb stellen. Wir müssen die Lohnnebenkosten senken.

Dann komme ich und sage: Also, wir schränken den Kündigungsschutz ein, 30 Tage Kündigungsfrist für alle, wir kürzen das Arbeitslosengeld auf 50 Prozent und zahlen es nur für sechs Monate. Rente mit 70. Und die Krankenversicherung wird zur Grundsicherung für alle, der Rest ist freiwillig mit kostendeckenden Beiträgen.

Haben wir uns richtig verstanden?

Mit der einen Fassung kommen Sie selbst auf dem Evangelischen Kirchentag durch, mit der anderen überleben Sie nicht einmal eine Ortsvereins-Versammlung der SPD. Schreiben Sie jetzt bitte nicht, dass ich so was gefordert hätte, ich habe nur die offizielle Sprachregelung übersetzt.

Und das ist die Lebenslüge der modernen Gesellschaft, dass sie sich in Prinzipien ergeht, deren Übersetzung in die Wirklichkeit aber nicht ertragen kann."

Gut gebrüllt, Löwe.

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