Es geht voran!

Als Nichtvolkswirtschaftler ist die Lektüre natürlich durchaus schwierig und ich denke, dass mir Einiges durchflutscht, die großen Linien erkennt man aber doch.

Maastricht ist, obwohl dem Buchstaben her durchaus eindeutig, zu flexibel gewesen und konnte daher je nach Interessenlage ausgelegt werden, weshalb es niemanden wundern muss, dass keiner der dort niedergelegten Grundsätze noch leben, zuvörderst die no-bail-out-Klausel. Das Vertragswerk wurde zu Tode vergewaltigt und die Deutschen haben zugeschaut, wahrscheinlich oder besser ganz sicher auch deshalb, weil sie selbst dagegen verstoßen haben und da tut man sich schwer als Zuchtmeister.

Die EZB hat sich von ihrer ursprünglichen Konzeption als größere Zwillingsschwester der Deutschen Bundesbank entfernt und steuert auf die Monopolygeld-Produktion zu, deren Folgen - wir reden über neue Schulden - der zu tragen hat, der das Licht ausmacht. Mich trifft´s hoffentlich nicht mehr, Sorgen mache ich mir um eine Söhne.

Die stark gesunkenen Zinsen nach Einführung des Euro haben "im Süden" zu Fiesta und zu sonst nichts geführt. Folge davon unter anderem Mitte des Jahrzehnts ein rasches Absinken der Arbeitslosigkeit in Südeuropa bei gleichzeitigem Anstieg im Norden, speziell in Deutschland.

Da aber nur Strohfeuerkonjunkturen angefacht wurden speziell im Immobilienbereich, stieg die Arbeitslosigkeit kurz danach stark an, vor allem im Bereich junger Arbeitnehmer, weshalb dieses Problem keines ist, was man mit angeblich aktuell ausbleibender Hilfe oder fehlender Solidarität erklären kann, sondern systemimmanent ist und im Falle Griechenland auch nicht geändert werden soll, zumindest wenn es nach dem "smarten" Alex Tsipras geht  Das alles wird sich wie gesagt nicht ändern bis man strukturell reagiert, wie das beispielsweise Deutschland seit Mitte des Jahrzehnts getan hat und das hat hierzulande weh getan.

Unglaublich mutet für mich aber an, dass die Exporte in den Euroraum 1998 einen höheren Anteil am Gesamtexportaufkommen der deutschen Wirtschaft hatten (> 45%) als 2011 (< 38%), was das nicht mehr zu hörende Argument ad absurdum führt, wie sehr Deutschland vom Euro profitiert habe.

Auch das BIP pro Kopf hat sich nicht so entwickelt, dass man den Euro als Erfolgsgeschichte feiern müsste, Sarrazin entlarvt auch das Märchen, Deutschland müsse "teurer" werden, um die übrigen Pleitiers zu retten.

Mich wundert nicht, dass die üblichen Bänkelsänger mit ihrer dauernden Leier "Sarrazin verzapft Blödsinn und ist ein Rassist" mittlerweile schön die Schnauze halten. Ich bemerke jedenfalls nicht, dass eine sachliche Diskussion stattfindet darüber, recht eigentlich findet überhaupt keine Diskussion mehr über das Buch statt.

Sarrazin hat es wieder mal allen gezeigt.

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