Für die Abberufung von Prof. Kalisch als Professor für islamische Theologie an der Uni Münster – und damit zuständig für die Ausbildung künftiger islamischer Lehrkräfte – könnte man in Ansehung rigider Vorstellungen in islamischen Kreisen unter Umständen sogar noch ein gewisses Verständnis aufbringen, nachdem Kalisch die historische Existenz des Propheten in Zweifel gezogen hatte.

Die Berliner Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer verteidigte Kalisch dennoch mit dem Hinweis darauf, dass man als Wissenschaftler "das" sagen können müsse und sie ergänzte: "Alle kritischen Islamwissenschaftler wissen, dass wir keine unzweifelhaft aus der vermuteten Lebenszeit Mohammeds stammenden Originalquellen haben".

Das soll aber jetzt mal hintangestellt werden, ebenso wie der an sich erforderliche Seitenhieb auf das Düsseldorfer Wissenschaftsministerium unter Prof. Pinkwart, das nach Protesten der vier muslimischen Dachverbände sofort einknickte und Kalisch abzog.

Müßig zu erwähnen, dass es umgehend nach den öffentlich geäußerten Kalisch´schen Zweifeln die offensichtlich obligatorischen Morddrohungen aus islami(sti)schen Kreisen gab, die auch dazu führten, dass Kalisch bis zu seiner Abberufung nur noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit lehren konnte und ansonsten in einem als geheim deklarierten Büro forschte.

Wie dem auch sei – Nachfolger von Kalisch in Münster wird Prof. Khorchide, ein 38-jähriger Libanese, der 2009 eine Doktorarbeit mit dem Titel „Islamischer Religionsunterricht in Österreich“ veröffentlichte.

Zu diesem Zweck waren zuvor 200 der insgesamt 400 islamischen Religionslehrer in Österreich zu verschiedenen Dingen befragt worden.

Korchide filterte heraus, dass rund 20% dieser Lehrkräfte Demokratie und Islam für unvereinbar halten, 14% die österreichische Verfassung ablehnen, 18% die Todesstrafe für Abweichler (vom rechten Glauben) befürworten und 8,5% Verständnis dafür haben, wenn für die Ausbreitung des Islam Gewalt angewendet wird.

Zu Amir Zaidan (Seite Österreich) hatte ich ja schon etwas gesagt.

Aiman Mazyek:"Der Islam muss nicht verändert werden."

22.11.2010

Nachtrag 25.4.2011: Und hier ein Interview mit Herrn Khorchide über Deutschland und sein Verhältnis zum Islam. Etwas enttäuschend wie ich finde - ambitioniert wirkt der Mann schon, aber gleichzeitig auch ziemlich blauäugig und dort, wo es wirklich weh tut, auch ausweichend. Schade, da hatte ich mir mehr versprochen.








Wie verworren kann die Entwicklung eigentlich noch werden? 

Hier gibt es einen Link auf die Seite der Islambrüderschaft, auf der sich die frommen Herrschaften einen der Ihren vornehmen und ihn u.a. als „Schaytan“ bezeichnen.

Gemeint ist Imam Hesham Shashaa, aktuell besser bekannt als „Abu A.“ (= Adam).

Shashaa, obgleich angeblich selbst dem Salafismus nahestehend,  hat sich einen Namen gemacht als er die Anwerbung für den Kampf gegen die alliierten Truppen in Afghanistan verurteilte, ebenso wie Selbstmordanschläge oder andere schreckliche Dinge, die im Namen des Propheten verübt werden oder wurden.

Dafür heimste er sich die obligatorischen Morddrohungen seiner Glaubensgenossen ein und ist bislang nur mit Leibwächter unterwegs.

Die Sicherheitsbehörden zeichnen ein ambivalentes Bild von Shashaa, einerseits begrüßt man seinen objektiv eher integrativen Kurs, andererseits mutmaßt man, dass in der Darul Quaran-Moschee in München mit 1.500 Besuchern zum Freitagsgebet, in der Shashaa tätig ist, Dinge verbreitet werden, die sich so gar nicht mit dem veröffentlichten Image des Imam in Einklang bringen lassen.

Diese Moschee wird übrigens auch auf der SeiteMoscheesuche erwähnt, die wiederum nichts dabei findet, Werbebanner der Salafisten und Takfiris zu veröffentlichen.

Aktuell ist Shashaa, der – eher weniger westlich - mit drei Frauen und 10 Kindern in einer Münchner Wohnung lebt, in die Schlagzeilen geraten, weil er eine seiner Frauen derart verprügelt haben soll, dass sie mit schwereren Verletzungen in ein Krankenhaus musste. Die Polizei musste angeblich die Wohnungstür eintreten, da Shashaa den Zutritt mit den Worten verweigert haben soll, es gehe niemanden etwas an, was er mit seiner Frau mache.

Menschelt es da oder feiert die taqqyia fröhliche Urständ´? Natürlich ist klar, dass es zumal in Deutschland nicht „den Islam“ und „die Muslime“ gibt, aber Teile der Szene scheinen noch viel zerrissener und undurchsichtiger zu sein als ich zumindest bisher annahm. Vertrauensbildend ist das für mich jedenfalls nicht so richtig.

2.12.2010




Ulrike Ackermann, Professorin für Freiheitsforschung in Heidelberg, in ihrem Buch „Eros der Freiheit“: Angesichts der Herausforderung des politischen Islam und des Hasses auf den Westen, der in Migrantenmilieus gedeiht, stünde eigentlich eine selbstbewusste Verteidigung der mühsam errungenen Freiheiten auf der Tagesordnung. Stattdessen reagiert Europa in Büßermanier. Es zweifelt an sich selbst und fühlt sich schuldig angesichts seiner kriegerischen und kolonialen Vergangenheit – und hasst sich selbst“.

23.11.2010



Nach einer aktuellen Studie (mit 500 Eltern) von TMS Emnid sind Eltern mit Migrationshintergrund wesentlich aktiver, wenn es um die schulische Ausbildung bzw. die Unterstützung der Kinder etwa durch Nachhilfe geht als deutsche Eltern. 

Deutlich überdurchschnittlich wird dort eine gymnasiale Ausbildung mit anschließendem Hochschulbesuch anvisiert. Die Befragung ergab auch, dass dort auch wesentlich weniger larmoyant über den "Druck" inder Grundschule geklagt wird.

Auffallend dabei auch der Ehrgeiz türkischer Eltern, die das deutsche Nachkriegscredo propagieren: "Unseren Kindern soll es mal besser gehen als uns". Prima, da können sich einige eine Scheibe von abschneiden.

13.12.2011




Mein gesellschaftliches Lieblingsätzmittel – Robert Gernhardt – veröffentlichte folgende Zeilen 1968 in „pardon“ und stellte sie 1978 für eine Sonderausgabe des „Vorwärts“ namens „Rückwärts“ zur Verfügung:

„Die Handschriftenfunde am Steinhuder Meer“

„Im Mai dieses Jahres erregte eine Meldung aus Niedersachsen weltweites Aufsehen unter Christen und Nichtchristen. In Erdhöhlen am Steinhuder Meer – so hieß es – seien Handschriften gefunden worden, die sich nach eingehender Prüfung als Bruchstücke apokrypher Evangelien aus biblischer Zeit entpuppt hätten.

Schon damals wurden Zweifel an ihrer Echtheit laut, zumal es Historiker für erwiesen hielten, dass Niedersachsen erst 1924 endgültig christianisiert worden sei. Nun aber kann sich jeder Interessierte ein eigenes Bild von den vielbemunkelten Funden machen.

Dieser Tage nämlich brachte der Karbunkel-Verlag die Fragmente in einem prachtvoll verpackten Faksimile- Band heraus, ich meine das Buch:

„… und das Papier redete und redete – Die frühestens Zeugnisse christlicher Überlieferung. 
Zusammengestellt und erläutert von Leihbischof Klamm.

Der Rezensent muss gestehen, dass ihn die Lektüre auf Anhieb faszinierte. In den vorliegenden  Bruchstücken tritt uns ein Heiland entgegen, der – aber lassen wir den Text selbst sprechen, etwa das Fragment 15:

24. Es begab sich aber zu der Zeit, dass Jesus, der Sohn des Joseph, seine Wehrpflicht abzuleisten hatte. So machte er sich denn freudig auf gen Jericho, auf daß er gemustert werde. Und als er vor die Kommission trat, da hieß man ihn vierzig Kniebeugen zu machen.

25. Und siehe: Er bog seine Knie so trefflich, daß sich darob ein großes Staunen erhob.

26. Und eine Stimme ertönte, die da sprach: Tauglich.

27. So diente Jesus denn frohen Herzens seinem Vaterland ein ganzes Jahr und ein halbes. Und als die Zeit verstrichen war, da hatte es dem Herrn gefallen, ihn bis zum Gefreiten aufsteigen zu lassen.“

1968 war die Reaktion laut Gernhardt eher mau und auch 1978 gab es nur vereinzelt Kritik.
Mich würde interessieren, was hier los wäre, ersetzte man „Jesus“ durch „Mohammed“ und „Herrn“ durch „Allah“. Wahrscheinlich ein verbales Kettensägen-Mazyeker.

27.12.2011




Ich hatte ja schon auf die Studie der GEW zur Frage der Deutschenfeindlichkeit etwas gesagt. 

Ich bin der Meinung, über so etwas muss diskutiert werden können, ebenso wie ich der Meinung bin, dass der politische und kulturelle Mainstream eine solche Diskussion nicht zulassen will und alles, was in diese Richtung geht seinerseits mit dem Etikett Rassismus und Ausländerfeindlichkeit behängt. 

Wie dumm und kurzsichtig, ich habe noch nie verstanden, wie man die Moderation eines Problems mit Sprengkraft freiwillig aus der Hand geben kann, von wo aus sie unter Umständen in ganz und gar ungeeignete Hände gerät. Es gibt übrigens mittlerweile auch eine Seite, die Übergriffe sammelt.

Voila

Darüber kann sich jeder eine eigene Meinung bilden. Ich bin aber nicht der Meinung, dass man zum seitengescheitelten PG wird, wenn man sich damit befasst.

8.1.2012




"Jeder, der hierhergekommen ist und nicht nur Steuern bezahlt, sondern auch gerne hier ist, auch weil er Recht und Freiheiten hat, die er dort, wo er herkommt, nicht hat, der gehört zu uns, solange er diese Grundregeln nicht negiert", sagte Bundespräsident Gauck und ich finde, er hat das sehr gut ausgedrückt, diesen Satz kann man nur unterschreiben. 

Er hat sich damit von der undifferenzierten und so auch nicht zutreffenden Erklärung seines Amtsvorgängers Wulff abgesetzt, der Islam gehöre zu Deutschland. Gauck rückt das zurecht, denn es sind die Menschen, die zu diesem Land ungeachtet ihrer Religion gehören.

P.S.: Es vergingen keine zwei Stunden und wer meldete sich da zu Wort? Na klar:

1. "Das europäische Abendland steht ganz klar auch auf muslimisch-morgenländischen Beinen. Wer das leugnet, betreibt Geschichtsfälschung", so Aiman Mazyek (mich schüttelt´s nur bei der Erwähnung dieses Namens), der mal wieder bundesdeutsche Funktionsträger ungestraft mit Dreck bewerfen und seinerseits "Geschichtsfälschung" betreiben darf und

2. "Der Islam gehört zur Geschichte Europas und Deutschlands", so Kenan Kolat, dieses Mal aber deutlich gemäßigter.

31.5.2012



Lale Akgün, SPD-Abgeordnete, hat eine Lanze für die rechte muslimischer Frauen in Deutschland gebrochen und hierfür offen-sichtlich einen Anlass gesehen. Unter Hinweis auf die jüdischen Gemeinden in Deutschland wird sie in diesem Artikel wie folgt zitiert: "Auch wir Muslime brauchen dringend liberale muslimische Gemeinden in Deutschland".

29.3.2012




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