Frage: „Was bedeutet [Sure 23,1-6:“Selig sind die Gläubigen, die ... sich des Geschlechtsverkehrs enthalten ... außer gegenüber ihren Gattinnen, oder was sie (an Sklavinnen) von Rechts wegen besitzen, dann sind sie nicht zu tadeln.“]: ‘was sie von Rechts wegen besitzen?’ Welche Bedeutung hat dieser Ausdruck in unserer Zeit und wie wird diese Frage [islamisch] beurteilt?“

Antwort: „Der richtige Text dieses [Koranverses] lautet folgendermaßen: ‘außer gegenüber ihren Gattinnen oder was sie (an Sklavinnen) von Rechts wegen besitzen, dann sind sie nicht zu tadeln.’

Gemeint sind Knechte, die als Besitz ihres Herrn und als seine Sklaven gelten. Das können Männer oder Frauen sein. Der Inhalt des Ausdrucks ‘von Rechts wegen besitzen’ meint weibliche Knechte, d.h. Sklavinnen. Der Besitzer dieser Frauen darf mit ihnen ohne Ehevertrag, Zeugen oder Morgengabe verkehren, denn diese Frauen sind nicht seine Ehefrauen. Wenn er mit ihnen verkehrt, werden sie ‘Sarari’ genannt. Dies ist die Pluralform von ‘Suri’a’.

In unserer Zeit ist die Sklaverei fast verschwunden. Es gibt mittlerweile weder Sklaven noch Knechte, die Gründe dafür sind bekannt. Das heißt jedoch nicht, dass die Vorschrift zur Versklavung ausgetilgt ist, falls die passenden Bedingungen dafür gegeben sind, z. B. im Fall eines Krieges zwischen Muslimen und Ungläubigen.

Die Frauen derjenigen, die [gegen Muslime] kämpfen, gelten als Kriegsbeute [für Muslime]. Für diese Frauen gelten die Vorschriften der Sklavinnen und das ‘von Rechts wegen besitzen’, selbst wenn weltliche Gesetze dies verbieten würden. Falls die Bedingungen für das Besitzen dieser Frauen nicht vorhanden sind, gilt das Prinzip ‘Alle Menschen sind frei’.“

Quelle: www.islamweb.net - (Institut für Islamfragen, dh, 29.06.2011 – Rechtsgutachten-Nr.: 8747 vom 20.06.2001)

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Fatwa über den Unterschied zwischen einer sogenannten Genussehe und einer Heirat auf Zeit im Ausland

Solange die Absicht zur Trennung geheim bleibt, ist eine Heirat auf Zeit erlaubt

Von Scheich Abdul Aziz Ibn Baz, dem vor wenigen Jahren verstorbenen Vorsitzenden des Rechtsgutachtergremiums in Saudi-Arabien

(Institut für Islamfragen, dh, 13.09.2006)

Frage:

"Über eine Kassette habe ich von einem Rechtsgutachten gehört, das einem Mann erlaubt, eine Frau im Ausland zu heiraten, wenn der Mann im Geheimen vor hat, sich von dieser Frau später zu trennen, eventuell nach Beendigung seines Studiums oder Kurses. Was ist der Unterschied zwischen dieser Ehe und der "Genussehe"? [Einer vorwiegend von Schiiten praktizierten und von den meisten Sunniten verurteilten Zeitehe mit Entlohnung der Ehefrau] Und wie ist die Situation, falls die Frau ein Kind bekommt? Darf der Mann die Frau in diesem Fall mit ihrem Kind verlassen?"

Antwort:

"Ja, eine Fatwa wurde von einem Stammesgremium erlassen, die erlaubt, dass ein Mann mit der Absicht, die Frau zum späteren Zeitpunkt zu verstoßen, heiraten darf. Dies ist erlaubt, falls diese Absicht nur dem Ehewilligen bekannt ist. Wenn jemand im Ausland heiratet und nach der Beendigung des Studiums seine Frau verlassen möchte, darf er dies tun. Die (muslimischen) Rechtsgelehrten sind sich darüber einig. Hauptsache ist, dass die Absicht (der Trennung) nur dem Ehemann und Allah bekannt ist. Bei der "Genussehe" wird die Dauer der Ehe bei der Eheschließung festgelegt, z. B. auf einen oder zwei Monate, ein Jahr oder länger. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Ehe als beendet. Dies ist die nicht erlaubte "Genussehe". Wenn er (der Ehemann) jedoch islamisch heiratet und im Herzen (im Geheimen) beabsichtigt, die Frau später zu verstoßen, nachdem sein Aufenthalt in diesem (ausländischen) Land beendet ist, nimmt er keinen Schaden."

Quelle: www.ibnbaz.org.sa/index.php

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