Mein Lieblings-Unsympath und Topstar meiner Liste "Höchst überflüssig"  – Aiman Mazyek – lässt seine FDP-Mitgliedschaft ruhen.

Grund – die Friedrich-Naumann-Stiftung hat ihren Freiheitspreis Necla Kelek verliehen, die Mazyek als „einschlägig bekannte Islamhasserin“ beschimpfte und damit mal wieder bewies, wie mn in diesen Kreisen mit abweichenden Auffassungen umzugehen gedenkt. 

Ob das Ruhen der Mitgliedschaft bei der FDP-Spitze irgendjemand bedauert, kann ich noch nicht sagen, vielleicht hat man vom on/off-Mitglied Mazyek mittlerweile ja auch die Nase voll, nachdem er bereits im Juni 2010 mit einem Austritt kokettiert und sich per offenem Brief an Guido Westerwelle gewandt hatte, in dem von nicht näher definierten "islamfeindlichen Geschwüren" die Rede war.

Übrigens - Mazyek ist natürlich so intelligent, dass er weiß, "einschlägig bekannt" hat zumindest eine sprachliche Nähe zu "einschlägig vorbestraft".

22.11.2010



Ulrike Ackermann, Professorin für Freiheitsforschung in Heidelberg, in ihrem Buch „Eros der Freiheit“: „Angesichts der Herausforderung des politischen Islam und des Hasses auf den Westen, der in Migrantenmilieus gedeiht, stünde eigentlich eine selbstbewusste Verteidigung der mühsam errungenen Freiheiten auf der Tagesordnung. Stattdessen reagiert Europa in Büßermanier. Es zweifelt an sich selbst und fühlt sich schuldig angesichts seiner kriegerischen und kolonialen Vergangenheit – und hasst sich selbst.“

23.11.2010


Die DITIB hat im August 2010 den Vorstand ausgetauscht.

Die DITIB ist wie schon mal erklärt, der deutsche Ableger des türkischen Religionsministerium Diyanet, direkt dem türkischen Ministerpräsidenten unterstellt und Bauherrin der Ehrenfelder Mammut-Moschee, die mir optisch übrigens sehr zusagt.

Architekt ist der Kölner Paul Böhm, dessen Zusammen-arbeit mit der DITIB bis vor einiger Zeit – unter dem alten Vorstand – wohl reibungslos funktionierte. Böhm entstammt einer Familie  bekannter rheinischer Kirchen-baumeister.  

Hinzu kam, dass Ex-OB Schramma immer und immer wieder zu recht die Trommel für ein muslimisches Gotteshaus und ein friedliches Durcheinander rührte, weshalb er 2009 auch den Friedenspreis des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland erhielt.

Man darf und durfte nur nie vergessen, dass es sich um ein rein türkisches Bauprojekt handelt. Anfang November 2011  nun hat die DITIB das Tischtuch zwischen sich und Herrn Böhm , wenn nicht gar der Stadt zerschnitten.  Böhm habe überzogene Honorare gefordert und bei  der Bauleitung versagt, deshalb habe man nun fristlos gekündigt.

So was gibt´s, könnte man meinen, auffällig ist dabei aber, dass beispielsweise Mentor Schramma vorab über die Kündigung nicht informiert worden ist, obwohl man seitens der DITIB immer durchgefunkt hatte, beim Projekt klappe alles und man komme gut voran.

Die Pressekonferenz, auf der die DITIB die Kündigung Böhms bekanntgab (und nur technische Verständnisfragen zuließ), sei in ungewöhnlich schroffem Ton abgelaufen. Schramma ist jedenfalls verblüfft und verschnupft.

Offen gestanden verstehe ich das nicht. Der Moscheebau hat hohe Wellen geschlagen und nur mit dem Zutun aller Beteiligten konnte der soziale Frieden mühsam stabilisiert werden und jetzt dieser Affront, ganz abgesehen davon, dass der Geschäftsführer des ausführenden Bauunternehmens Nuha, Herr Naim Nuha, klar erklärt hat, ein aus der Türkei angereistes Mitglied der DITIB habe die Fassadengestaltung moniert, worauf hier komplett umgeplant werden musste.

Nuha ist auch der Auffassung, dass die Streitigkeiten allein auf den erwähnten Wechsel im Vorstand der DITIB  zurückzuführen seien.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün, ebenfalls Kölnerin, argwöhnt im Übrigen, man bemerke seit geraumer Zeit einen wesentlich konservativeren Wind bei der DITIB, der eindeutig vom Bosporus herüberwehe.

Man wird abwarten müssen, ob die Vorwürfe der DITIB an die Adresse ihres Ex-Architekten begründet sind, andernfalls hätte sich hier wieder einmal der politische Islam zu Wort gemeldet, denn die zunehmend rückwärts-gewandte bzw. chauvinistische Politik  Erdogans in Sachen Glauben, Gleichberechtigung, Integration und Gesellschaft ist jedenfalls mir nicht entgangen.

P.S. Paul Böhm hat verlauten lassen, die DITIB sei Honorare schuldig geblieben, weshalb er zwischenzeitlich seinerseits die Zusammen-arbeit beenden wollte. Wenn das stimmt, erhält die Sache einen unangenehmen Beigeschmack, denn es kommt nicht nur für mich die Vermutung auf, diese Moscheekiste sei jetzt in trockenen Tüchern, da kann man dann mal die Zurückhaltung fahren lassen. Aber wie gesagt - warten wir ab, wer in der Sache recht hat. 

8.11.2011



Ich habe mich gewundert, dass es so lange gedauert hat. 
Aiman Mazyek hat mal wieder einen Eindruck. 

Und zwar den, "dass diese Gesetze (Anm.: zur Terrorabwehr)vor allem gegen Radikale zum Einsatz gekommen sind, die den Islam als Vorwand für Terrorismus missbrauchen – aber nicht gegen gewalttätige Rechtsextreme". 

Sinn eines solchen "Eindrucks" ist es in gewissen Kreisen seit jeher, Generalverdacht zu äußern und pauschalisierende Unter-stellungen in das (intellektuell äußerst kurze) Gewand der Nachdenklichkeit zu kleiden, ohne in Not zu geraten, das was man zur Grundlage des "Eindrucks" macht auch nur ansatzweise begründen oder gar beweisen zu müssen. 

Mazyek ist wie Kenan Kolat bekannt dafür, dass immer alle anderen schuld sind, der Islam für nichts etwas kann und die Bundesdeutschen latent rechtslastig und fremdenfeindlich sind, nicht nur seine Äußerungen nach Erscheinen des Sarrazin-Buches belegen das. 

Bevor ich aber nicht vom Gegenteil überzeugt werde, unterstelle ich den Ministerien auf Bundes- und Landesebene, dass sie von der Vehemenz und Brutalität der widerwärtigen Morde und Anschläge praktisch ebenso überrascht wurden wie ich. 
In etwa so wie die gesamte Bundesrepublik überrascht wurde durch den mörderischen Terror der Baader-Meinhof-Gruppe bzw. der Rote Armee Fraktion. 

So wie man seinerzeit nicht auf dem linken Auge blind war, ist man es heuer nicht auf dem rechten. 
Damals hat man sämtliche Register gezogen und hat das Problem in den Griff bekommen. 
Angesichts der aktuellen Morde läuft die Maschine langsam an, die Forderung nach einem Zentralregister belegt das. 

Geben wir also den Verantwortlichen Zeit, um sich in das Problem einzuarbeiten und mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zu lösen. 

Das wird auch gelingen, so wie es im Fall der RAF gelungen ist, weil man es hie wie da will und der Bevölkerung auch schuldig ist. 
Ich bin dringend dafür, den rechten Sumpf auszutrocknen und mörderische Naziratten bis in die letzten Verästelungen der Kanalisation zu jagen. Mein Herz und meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen und Opfern.

So an sich der für jedermann nachvollziehbare Ablauf. 
Für fast jedermann, bis eben auf Aiman Mazyek, dem die verabscheuungswürdigen Taten tatsächlich Grund genug waren, mal wieder das rechtslastige Fremdenfeindlichkeits-fähnchen zu schwenken, denn will man ihm nicht unterstellen, er sei besoffen gewesen, kann seine Äußerung keinen anderen Grund haben. 

Obwohl - so dicke wie Kenan Kolat hatte er es nicht. 
Der erklärte nach Bekanntwerden des Hintergrunds der Morde durch die NSU-Zelle, "In Deutschland haben wir ständig Rassismus". 

In der taz vom 1.12.2011 fügte er wörtlich an:"Rechtes Gedankengut ist längst in die Mitte der Gesellschaft eingesickert. Es gibt nicht nur einen Stiefelrassismus, es gibt auch einen Nadelstreifenrassismus". Der meint also auch mich. 

Es müsse nun untersucht werden, welche Rolle "der Populismus à la Sarrazin" gespielt habe, er, Kolat, habe mit seinen jahrelangen Warnungen vor einem ausufernden Rassismus in Deutschland "doch recht gehabt". 

Wenn es noch irgendwelcher Belege bedurfte, die völlige Überflüssigkeit dieser Figuren nachzuweisen, hier sind sie. 
Wie verkommen muss man sein, eine so noch nie dagewesene rechtsradikale Mordserie - und damit den Tod eigener Landsleute - derart schamlos für eigene Zwecke zu missbrauchen? 

Und da muss man gar nicht mehr groß erwähnen, dass es genau diese Herrschaften sind, die sich mit vollen Backen (und grundsätzlich völlig zu recht) jede Pauschalkritik am Islam, "den" Muslimen und Multi-Kulti verbitten, umgekehrt aber derart pauschalisieren, dass es auch dem Dümmsten auffallen dürfte, wer hier Integration torpediert und das letztlich auch, um das eigene Überleben und Renommee zu schützen, denn wer braucht Verbände inklusive Verbands-vertreter, wenn alles hinreichend funktioniert? Eben. Niemand.  Also MUSS es latenten Rassismus geben.

Mazyek legte übrigens nach. Er kritisierte, dass die Fahnder nach den Morden auch im Kreis der Angehörigen ermittelt hätten. Es hätte sich ja jetzt herausgestellt, dass es sich um Morde einer neonazistischen (wieso eigentlich neo?) Terrorgruppe gehandelt habe, also seien die Ermittlungen im Umfeld der Opfer etwas Kritikwürdiges.
 
Wow, was für eine Logik! 
Ich will das nicht weiter vertiefen, weil die perfide Niedertracht auf der Hand liegt, angemerkt sei nur, gemäß Mazyek´schem Ukas dürfte man überall ermitteln, nur nicht im Umfeld von Opfern, zumindest dann, wenn es sich um Migranten handelt. Dieser Bereich ist sakrosankt, da gibt es kein Verbrechen, Ermittlungen dort sind fremdenfeindlich. Soweit sind wir also, zumindest beim Zentralrat der Muslime in Deutschland.  Alrighty then.

17.11.2011

Nachtrag 11.12.2011: Das Ganze hat wie so oft System. Aiman Mazyek legt nach und fordert den Verfassungsschutz auf, "rechtspopulistische Gruppen und Islamkritiker" zu beobachten. Die Grenzen zwischen Rechtspopulisten und Rechtsradikalen seien fließend. 

Wer Rechtspopulist und Islamkritiker ist, sagt Herr Mazyek. Sarrazin auf jeden Fall und damit auch die, die ihm recht geben oder ihm das Recht einräumen, sich so zu äußern wie er das getan hat. 

Wann erfährt Mazyek endlich den Widerstand, der erforderlich ist?

 



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