Die Kanzlerin hat sich bekanntlich zu Pegida geäußert und wie man hört auch eine ganze Neujahrsansprache damit verpulvert, einen beträchtlichen Teil ihrer Wählerschaft abzukanzeln. Sie ist "gegen Hetze und Verleumdung".

Das wäre nicht weiter von Belang, würde die CDU speziell in einem der größten Flächenländer, NRW, nicht ungeniert in Kreisen wildern, die manch Anderer nicht mit der Kohlenzange anfassen würde. In der Hoffnung, in Migrantenkreisen Wähler abzufischen, hatte Armin Laschet nicht das Geringste gegen ein Paktieren mit den ultrranationalistischen Grauen Wölfen. 

Die türkischen Grauen Wölfe verfolgen nach Auffassung deutscher Dienste klar verfassungsfeindliche Ziele, wollen die Errichtung eines großtürkischen Reiches, halten andere Völker für minderwertig und operieren mit Mord und Totschlag gegen Andersdenkende. Dieses klar rechtsextreme Gedankengut kennen wir zu gut. Die Grauen Wölfe haben in NRW sogar einen Verband gegründet mit Namen ADÜTF, dem immerhin 2.000 Mitglieder angehören sollen. 

Das alles ist bekannt, der NRW-CDU aber offensichtlich egal, wo gehobelt wird, da fallen Späne, man darf da nicht zimperlich sein. Die WELT hat über diesen Skandal bereits im Juli 2014 berichtet, geschehen ist nichts. Also merke - das Wort "Patriotismus" darf man gar nicht in den Mund nehmen, schon gar nicht als Bundesbürger, das Wort "Nationalismus" nur, wenn es der Kanzlerin Stimmen bringt, egal woher.

P.S.: Der Ordnung halber sei erwähnt, dass der NRW-CDU, speziell aber Herrn Laschet mittlerweile in dieser Causa die Hosen brennen. Das böse Wort "Unterwanderung" macht die Runde und man will jetzt schauen, dass man  Rechtsextremisten leicht ausschließen kann. Es ist immer wieder von Interesse, wer da auf wen mit dem Finger zeigt. Wäre es nicht so ernst, man könnte sich totlachen.



Die Dresdner Tafel hat Spenden von Pegida für Obdachlose abgelehnt. Bei denen gilt offensichtlich, dass zuerst die Moral und dann das Fressen kommt. Nicht das Fressen für sich selbst, versteht sich.


Zwei Aussagen von zwei Leuten, die es wissen müssen:

"Die Journalisten sind ganz die Alten geblieben. Unsere Leser nicht. Es findet täglich ein lautloser Aufstand der Mündigen, der Selbstbewussten, der Aufgeklärten statt, die den medialen Frontalunterricht - die Redaktion belehrt, der Leser lauscht andächtig - als unzeitgemäß und auch als undemokratisch ablehnen. Wir leben größtenteils noch in der alten Welt, derweil sich unsere Leser auf fröhlicher Überfahrt in die neue Welt befinden....Wir sind zu eintönig geworden. Die Methoden der publizistischen Telepathie - einer erfühlt, was der andere nicht denkt - erzeugen jenes Einheitsmaß der Inhalte, das selbst dem flüchtigen Leser wie eine innere Gleichschaltung erscheinen muss."

Gabor Steingart, Herausgeber des „Handelsblatt“ 2013

 

"Journalisten pflegen oft eine Art „Hinrichtungsjournalismus". Dabei wird nicht versucht, Menschen Ausdruck zu verleihen, sondern sie bewusst misszuverstehen, Aussagen zu verkürzen, aus dem Zusammenhang zu reißen, um diese Menschen negativ vorzuführen. Das schafft Schlagzeilen, denn die Meute greift auf, was andere ihr vorwerfen. Dagegen wehren sich immer mehr Menschen, denen ein Presserechtler nicht zur Verfügung steht, durch Schweigen. Profis umgeben sich mit Pressesprechern, Anwälten und Aufpassern; lassen sich Interviews zur Autorisierung vorlegen und schwächen problematische Aussagen ab. Umso anstrengender wird die Jagd und die Suche nach „authentischen" Aussagen, die sich skandalisieren lassen. Beispiele für diese Art „Hinrichtungsjournalismus" finden sich zu viele..."

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