September 2013 – Die CDU-Wähler

 

 

 

Die Aufregung über die Ankündigung, man werde sich zwar gegen Steuererhöhungen "wehren", müsse aber im Zuge der anstehenden Koalitionsverhandlungen "Kompromisse" eingehen und sich mit Grünen oder Roten auch in der Steuerfrage "einigen", ist ganz und gar unverständlich.

 

 

 

Wenn jemand ein Versprechen abgibt mit schmissigen Argumenten und Parolen à la "Die Rettungsschirme werden auslaufen, das haben wir klar vereinbart" oder "Kein Staat haftet für die Schulden eines anderen", um dann mit Hinweis auf Sachzwänge oder ähnlichem Scheiß unter größtem Bedauern das genaue Gegenteil zu beschließen und auch noch mit wirklich ganz tollen und einleuchtenden Argumenten zu begründen, dann sind das doch die Granden der CDU.

 

 

 

Was haben wir im Zuge der sog. "Eurorettung" von unseren überzeugten Europäern nicht alles aufgetischt bekommen und es erwies sich, dass die Halbwertszeit solcher Erklärungen mittlerweile bei der Lebensdauer einer Stubenfliege angekommen ist. Das müsste eigentlich Allgemeingut sein, aber der Mensch vergisst halt doch schnell, ja ja, hach.

 

 

 

Am Sonntag war Wahl, es kam der Mittwoch nach dem Sonntag und die Erklärungen, Steuererhöhungen seien wirtschaftlich völliger Nonsens, ja sogar Gift - also tödlich -, waren dann doch nicht so doll ernst gemeint, man müsse da jetzt..., denn sonst ... blablabla.

 

 

 

Drei Tage hat es gedauert, bis aus schwarz gemasertem Granit eine Portion ranziger Magerquark wurde. Drei ganze Tage. Respekt.

 

 

 

 

 

 

Oktober 2013 - Michael Theurer, Europaabgeordneter (FDP)

 

 

Der Herr Theurer ist der lebende Beweis für die geistige Auszehrung der FDP und ihr folgerichtiges Ausscheiden aus dem Bundestag. Offensichtlich hat dieses Ausscheiden bei bestimmten Herrschaften Narben hinterlassen, deren Tiefe und Schmerzhaftigkeit bislang nicht hinreichend erkannt hat.

 

 

Wir erinnern uns – Herr Gauck hat die Bevölkerung unlängst an seiner Freude darüber teilhaben lassen, dass es die AfD nicht in den Bundestag geschafft hat, denn die sei – gähn, wie neu – „populistisch“, was immer damit gemeint sein soll. Muss in diesen Kreisen nicht weiter definiert werden, erwähnen reicht völlig im intellektuellen Koordinatensystem unserer Hauptstadt.

 

 

Hierauf  stellte Prof. Lucke eine „Entgleisung“ des Bundespräsidenten fest inklusive einer Verletzung von dessen Neutralitätspflicht.

 

 

Nun Auftritt Theurer: Herr Lucke habe bei seiner Reaktion „Schaum vor dem Mund“ gehabt, was belege, dass der Herr Gauck „den Nerv getroffen“ habe.

 

 

Interessante Logik – wenn ich Herrn Theurer ein „Arschloch“ nennen würde, was ich selbstredend nicht tue, und der so Verunglimpfte reagierte mit „Schaum vor dem Mund“, dann belegte das die Richtigkeit meiner Äußerung?

 

 

Damit nicht genug, Theurer meinte, in Deutschland werde „man Tatsachen wohl noch benennen dürfen“. Tatsachen?

 

 

Herr Gauck hat hier rein subjektiv seine Meinung geäußert, zu der man stehen kann wie man will, es bleibt aber eine Meinungsäußerung und wird nicht zu einer Tatsache, was der Herr Theurer eigentlich wissen sollte.

 

 

Im Übrigen war es doch gerade das politische Establishment inklusive der FDP, die auf die AfD zeigte und behauptete, die bediente die Vorurteile von schlichten Geistern, die – igitt - es richtig und wichtig  fänden, dass man das eine oder andere in Deutschland doch mal sagen dürfen müsse.

 

 

Und das was die AfD sage sei laut Theurer sowieso … „national“. Nicht „nationalistisch“, nicht „national-sozialistisch“, sondern „national“ und deshalb müsse sich die AfD auch nicht wundern,  wenn sie „im braunen Sumpf ausrutscht“.

 

 

Drei Mal Banane also, aber ich sagte ja schon, dass es Gründe hatte, warum die FDP bei der Wahl vom gelben Wagen fiel.

 

 

Ich gehe mal schwer davon aus, dass sich die Theurer´schen Kaldaunen schmerzhaft zusammenziehen, wenn er an Mai 2014 denkt, weshalb es vor den Europaparlamentswahlen unheimlich wichtig ist, beizeiten „klare Kante“ zu zeigen, egal wie und sei es noch so doof. Was man den Deutschen alles verkaufen kann, lernt der Herr Theurer ja jeden Tag von Frau Merkel und Herrn Schäuble.

 

 

Und wenn ich mich an Frau Koch-Mehrin erinnere, mir den Herrn Theurer so vorstelle und berücksichtige, wer da von den Parteien in der Vergangenheit für´s leichtgewichtige Europaparlament abgestellt wurde, dann wird mir mal wieder klar, dass die größten Nullen manchmal den größten gemeinsamen Nenner darstellen.

 

 

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Kerstin Kassner - Bundestagsabgeordnete (Die Linke)

Die gute Frau Kassner saß für die Linke bereits im "alten" Bundestag und wurde am 22.9.2013 wiedergewählt, eine weitere Aktivistin für die friedliche und gerechte Sache also.

 

"Genug gelabert,! 10 Euro Mindestlohn jetzt." war ja einer der Slogans, mit dem man Breitseiten gegen das blutsaugerische Kapitalistensystem abfeuerte, die eigene Kompassnadel, die nicht einmal zitterte ob der Frage der Finanzierbarkeit, fest im sozialistischen Blick.

 

 

Und das hat dann dazu geführt, dass die Linke mittlerweile die drittstärkste Kraft im Bundestag ist und Leute wie Frau Kassner dorthin entsendet.

 

 

Frau Kassner wuchs in der DDR auf und reüssierte dort in der Hotellerie- und Gaststättenbranche, weshalb es nach der Wende nur zu naheliegend war, mit ihrem Mann eine Fremdenpension auf Rügen aufzubauen.

 

 

Für eine solche Fremdenpension braucht man Angestellte, klaro, und die wollen bezahlt werden, auch klaro.

 

 

Werden sie auch von Frau Kassner und zwar mit acht Euro brutto auf die Stunde.

 

 

Befragt dazu, dass ein gewisser Legitimationskonflikt auch für das ungeschulte Auge vorliegen könnte, meinte Kassner, es sei für sie als Unternehmerin halt alles so teuer, die Erneuerbaren verschlängen einen Haufen Geriebenes, nicht zu vergessen auch die Rundfunkgebüren, Ökosteuer und dann die Energiekosten, schlimm. 

 

 

Aber: Zum Ausgleich herrsche in ihrem Unternehmen aber eine sehr familiäre Atmosphäre zwischen Unternehmensleitung und Angestellten, schließlich seien die schon lange da.

 

 

Angesichts dieser eher peinlichen Einlassung muss man davon ausgehen, dass an Frau Kassner der Vorwurf perfider Heuchelei abperlt wie das Ostseewasser an den Möwen auf Rügen.

 

 

Man muss da übrigens unwillkürlich an das Kinkel-Wort denken, wonach die Diskussion mit Vegetariern sofort anders wird, wenn sie eine Wurstfabrik geerbt haben.

 

 

Im Fall der Linken fordern die Vegetarier aber trotzdem ein Salamiverbot. Das kriegen auch nur die hin. 

 

 

 

Dezember 2013 - Ralf Stegner

 

Das Wort „Niemand“ müsste bei Linken eigentlich einen schlechten Klang haben, erinnern wir uns doch beispielsweise immer wieder düster daran, dass etwas weiter nordöstlich Anfang der 60er „niemand“ die Absicht hatte, eine Mauer zu errichten.

 

 

 

Das ficht einen sozialistischen Kämpen wie Ralf Stegner aber nicht an. 

 

 

Mitte November 2013 dröhnte er mit Blick auf den ab 2016 einzuführenden Mindestlohn von € 8,50: “Niemand kann den Menschen, die davon betroffen sind, erklären, warum sie drei Jahre auf eine menschenwürdige Bezahlung warten sollten“.

 

 

 

Gestern wurde er nun als Anwalt für die, die mühselig und beladen sind zu Anne Will geladen, um den üblichen Verdächtigen von der Unternehmerfront nebst ihren Schergen gehörig den Marsch zu blasen.

 

 

 

Der Angriff muss dann für ihn überraschend, vor allem aus unerwarteter Ecke gekommen sein. 

 

 

In einem Einspieler wies Frau Will nach, dass die SPD herself ihren Praktikanten einen Stundenlohn von stattlichen € 2,05 bezahlt.

 

 

 

Stegner: Äh ja, da müsse „auch der Mindestlohn gelten“.

 

 

 

Unter www.froschlurch.ch wird ein solches sinn-und gehaltloses Aufblasen wie folgt beschrieben: “Froschlurche besitzen eine Stimme, die sie … zur Revierverteidigung einsetzen. Einige Froschlurcharten haben eine oder zwei Schallblasen entwickelt, die als Resonanzkörper dienen und eine weit tragende Stimme ermöglichen.“.

 

 

 

Ich glaube, das trifft es im Fall Stegner ganz gut.

 

 

 

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