20.12.2009:

Der Zynismus ist ebenso wie der Ärger über das Ergebnis des Kopenhagener Gipfels eingetrocknet (ja, ok, ich hatte auf dem Grund meiner schwarzen Seele auch gewisse Hoffnungen damit verbunden) und man beginnt sich zu überlegen, ob das dort überhaupt klappen konnte.

Organisationen oder Veranstaltungen, die die Interessen derart vieler Teilnehmer unter einen Hut bringen könnten, haben in der Vergangenheit bei Licht betrachtet noch nie Substantielles bewirkt, ich denke da an das „entschlossene“ Vorgehen der UN im Falle mörderischer Kriege wie die im ehemaligen Jugoslawien, in Ruanda oder im sudanesischen Darfur.

Ich würde als EU nun feststellen, dass sich die Gegnerschaft aus entfesselten Riesenreichen wie China, untergehenden Zwergstaaten wie Tuvalu und den üblichen Clowns à la Chavez, Castro und Konsorten zusammensetzt, deren Fraktion angereichert wird durch notorische Massenmörder wie Herrn al-Bashir.

Das klappt also nicht, weil es aus systemimmanenten Gründen nicht klappen kann und schlechtes Gewissen der Industriestaaten gegenüber Entwicklungsländern wegen der bisherigen unstreitig verheerenden Verschmutzungsbilanz hilft in dieser Situation niemandem wirklich. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass wir in Bezug auf fossile Rohstoffe nur noch auf Sicht fahren, dann meine ich, dass man sich auf seine eigenen (beträchtlichen) Kompetenzen und den Umstand der Subventionierung von Schweinebäuchen besinnen sollte.

Die armen Schweinebäuche könnte man nun dem Pesthauch freien Marktes aussetzen und sollte sodann lieber die Entwicklung und Implementierung fortschriftlicher Energiesysteme (die man später den Ewiggestrigen auch teuer verkaufen kann) finanziell schützen, denn klar ist, dass das einen Haufen Geriebenes verschlingen und den oft zitierten Wettbewerbsnachteil auslösen wird.

Wenn wir denn in zehn Jahren in Folge insoweit  deregulierter Märkte Schweinebäuche aus Nigeria verzehren, hätte auch die Dritte Welt Kohle für den Umweltschutz.

Und ich würde auch 50 Millionen fetter Euronen für eine Charmeoffensive à la „mia san mia“ ausgeben, damit sich bei der europäischen Bevölkerung ein common sense entwickelt, vor Weihnachten in den Läden nicht Spielzeug aus Hongkong, sondern aus Göppingen abzugreifen, Märklin läßt grüßen.

Und wenn die Kiste richtig läuft (oder natürlich schon vorher), ist jeder andere Gutwillige auf diesem wunderbaren Planeten eingeladen, unserem Club beizutreten.  Mir ist wurscht, in welchem Rahmen man so etwas macht, solange von vornherein klar ist, dass ihm keiner angehört, von dem man heute schon weiß, dass er selbst Minimalziele torpediert.

Ich meine die Zeit, sich für klimatechnische Fehlentwicklungen zu entschuldigen und zu versuchen, auch den allerletzten Bremser und Verhinderer ins Boot zu holen ist endgültig vorbei.

Sonst schwätzen wir noch in 30 Jahren und man kann das dann so herrlich auf alle anderen schieben.

Denken wir daran – vor ca. 30 Jahren trat ein Häuflein grotesker Bergfexe an, um die Umwelt zu retten. Was wurden wir im Ausland verlacht, kuck´ dir die Deutschen an, typisch, diese michelnden Simpels, am deutschen (grünen) Wesen soll mal wieder die Welt genesen.

Auch wenn ich die Message damals ganz sicher unterschätzt habe und viele ihrer Protagonisten nach wie vor für Schwachmaten halte, am Erfolg der Grünen ist nicht zu deuteln, sie haben – aus dem Nichts - gerade Europa über die Jahre wie Efeu überwuchert. Warum soll dieses spezielle „ora et labora“ nicht in anderem Rahmen klappen?

Nix für ungut. Es ist Weihnachten, da darf man mal spinnen.

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