17.12.2009:

Es ist mal wieder Kopenhagen vor zwölf und erneut soll auch mein Geld zur Rettung der Welt verpulvert werden, weil mein Geländewagen angeblich zu viel CO2 produziert, mein Hund und die Kühe des Nachbarn zu viel Methan in die Atmosphäre rülpsen. 

Keine Frage, sparsamer Umgang mit Ressourcen und allgemein der Schöpfung MUSS ein erstrebenswertes Homo-sapiens-sapiens-Dauerthema sein und ebenso klar beteilige ich mich an dem Rummel, wie man an der aufwändigen Dämmung unserer vier Wände zwanglos ablesen kann.

Wirbelt man aber heuer durch die bunten Seiten des Internets (gemeint sind hier die jugendfreien), dann erfährt man, dass Narumol dicke Kullertränen anlässlich des Abschieds von ihrem Chiemgau-Josef geweint und Courtney Love den Sorgerechtsstreit um ihre Tochter verloren hat. Sicher ist auch irgendwo wieder mal ein weiblicher Drachenzahn in Sachen Tiger Woods aus dem Boden geschossen, kurz es ist ein Tag wie jeder andere.

Folglich regt sich (außer mir?) auch niemand auf, dass beispielsweise der Sudan, gegen dessen Regierungschef ein internationaler Haftbefehl wegen Völkermords erlassen wurde und auf dessen Territorium seit vielen Jahren ein massen-mörderischer Ethnokrieg tobt, in Dänemarks Kapitale ungeniert die Hand aufhält und Finanzmittel für „Maßnahmen des Klimaschutzes“ verlangt, gleichzeitig aber jede Kontrolle dieser Mittel strikt ablehnt.

Uninteressant auch der Umstand, dass zig Millionen Kinder und Erwachsene hungern, verhungern und verdursten (unter anderem auch im Sudan), uninteressant auch die Überlegung,  einen Teil des Zasters vielleicht dafür zu verwenden, sich oder besser die Betroffenen nachhaltig auf die Folgen eines Klimawandels einzustellen.

Wir sind gut, wir sind richtig, wir sind wichtig, wir spielen in Kopenhagens Straßen mit aufblasbaren Weltkugeln. 

Überhaupt keine Rolle spielt für diese narzisstische Bande aber offensichtlich auch der Umstand, dass die, die den Klimakollaps prophezeiten und nun auch professionell managen, mit Messmethoden hantieren wie die Marktfrauen vor hundert Jahren mit ihren verbeulten Eisenwaagen.

Michael Mann hat seine fabelhafte Hockeyschläger- kurve nur deshalb hinbekommen (und sich damit einen ewigen Logenplatz im Klimafreunde-Olymp gesichert), weil er so lange Baumringe gezählt hat bis er merkte, dass die Ergebnisse so gar nicht mehr Hockey spielen wollten, er deshalb für die letzten paar Jahre auf die per Thermometer gemessenen Temperaturen umstieg und damit – heureka – den Hockeyschläger doch noch hinbiegen konnte. The Trick.

Phil Jones, einer der Knaben, die ganz maßgeblich den Weltklimarat IPCC beeinflussen, hat in seinem eindeutig rechtswidrig gehackten E-Mail-Verkehr ganz offen darüber geschrieben, er habe Manns „Trick“ benutzt, um einen Temperaturrückgangzu verstecken“, ferner tauschte sich dieser Hohepriester des CO2-Satanisten-Zirkels mit Gleichgesinnten darüber aus, wie man sog. „Skeptiker“ am besten mundtot macht und warum das so eminent wichtig ist. 

"Skeptiker" sind nach dortiger Lesart gefährliche Grenzdebile wie beispielsweise Björn Lomborg,  die in Folge anderer (falscher, apokrypher... wie auch immer) Informationsquellen oder Betrachtungs-weisen  zu anderen Schlüssen als die Jones-Gang kamen oder einfach nur auf die Hysteriebremse traten und deshalb a priori des Teufels sind.

Was eben zu ihrer wissenschaftlichen Vernichtung zu führen hat,  selbst schuld, hätten ja was Gescheites lernen können. Wie Phil Jones zum Beispiel.  Schade, dass Scheiterhäufen aus der Mode gekommen sind.

Eines dieser Opfer war auch Henrik Svensmark, Leiter des Centre for Sun-Climate Research des Danish National Space Centre (DNSC), also nicht eben ein Depp von der Straße wie ich. Zehn lange Jahre war Svensmark Diffamierungen seitens Jones und anderer Mitglieder des IPCC ausgesetzt, bloß weil er darüber rätselte, warum bei Zeus´ fettem Arsch sich auch ohne menschliches Zutun in der Vergangenheit das Klima änderte und vielleicht die Sonne damit etwas zu tun haben könnte.

Und ach ja, kürzlich wurden beim nachstehend erwähnten CRU - dem Klimainstitut der Universität East Anglia, einem Thinktank globaler Klimaforschung - massig Daten vernichtet, die angeblich den Klimakollaps belegt haben sollen, und die stehen jetzt nicht mehr für eine erneute Evaluierung zur Verfügung.  Das war jetzt echt Pech, hatten halt keinen Platz mehr auf der Festplatte, kennt man ja auch von zuhause.

Vielleicht liegt´s ja auch an Folgendem: Nach dem britischen Freedom of Information Act (FOIA) muss das CRU grundsätzlich seine Daten und Unterlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Kurz vor dem mysteriösen Verschwinden der Daten hatte der Statistiker Stephen McIntyre unter Berufung auf den FOIA die Herausgabe von Daten verlangt. McIntyre gilt bei den CRU-Jungs als einer der Hauptgegner, weil er u. a. permanent anzweifelt und die Veröffentlichung der Rohdaten fordert, um die CRU-Ergebnisse nachprüfen zu können.

Nach McIntyres - schließlich abgelehntem - Antrag verschwanden besagte Daten. Nun ja.

Jones ist als Direktor des CRU übrigens mittlerweile zurückgetreten bzw. „lässt sein Amt ruhen“, klingt besser.

Klimaforschung ist zum modernen Ablasshandel (mit einem mächtig großen Geldkreislauf) verkommen, das wird auch und gerade an Kopenhagen und den Ereignissen zuvor deutlich. Und deshalb stinkt diese heuchlerische Klimakiste für mich gewaltig.

Gerade weil man sich trotz aller Lippenbekenntnisse erkennbar letztlich einen Dreck um seinen Mitmenschen kümmert. Die Dritte Welt wird entwicklungshilfe-technisch klein und mit einem erkennbar unzureichenden und vor Ort nicht allzu selten erkennbar missbrauchten  Alimentationssystem in Abhängigkeit gehalten, niemand öffnet seine Märkte für Waren aus diesen Staaten, um funktionierende Binnenvolkswirtschaften vor Ort ins Laufen zu bringen, was diese Länder übrigens auch befähigte, selbst Gelder für den Klimaschutz aufzubringen, im Gegenteil, die kaufen unseren hoch subventionierten Übersch...uss und lassen dafür ihr Ackerland verkommen, von leergefischten Küstenschelfbereichen ganz zu schweigen.

Ich halte mir selbst einen Spiegel vor und mir gefällt ganz sicher nicht immer, was ich darin sehe, aber wenn ich diese teils hysterischen, teils selbstgefälligen Profihandelsreisenden in Sachen Klima sehe, steigen bei mir ein paar klimakritische Gase auf.

P.S. Erinnert sich noch jemand an die dramatischen Fotomontagen etwa im "Stern" in den Siebzigern? Kein Baum mehr im Schwarzwald, Erzbirge oder Harz. Spätestens im Jahr 2000. Und eine neue Eiszeit sollte es auch geben. Laut Mitteilung des Statistischen Bundesamtes ist dagegen die Waldfläche in Deutschland zwischen 1992 und 2008 jährlich um  176 Quadratkilometer gewachsen, Deutschland verwaldet.

Ich bin überzeugt, dass die Untergangsapologeten wie Hoimar von Ditfurth  (dessen Bücher ich damals verschlungen habe) seinerzeit tatsächlich an diese Vorhersagen glaubten und sie haben durch ihre Horrorbeschreibungen neues Denken angestossen.

Es ist halt nur so, dass ihre Erfolgsquote in etwa der gleicht, die Wahrsager Jahr für Jahr vorzuweisen haben. 

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