Jorgen Randers ist meiner Meinung nach ein gefährlicher Mann. Er hat jüngst das Buch „2052. Eine globale Prognose für die nächsten vierzig Jahre“ veröffentlicht und in der Folge auch der Jungen Freiheit ein Interview gegeben.

Randers verfolgt primär in Klimadingen das Prinzip „der gute Diktator“ und meint damit die Installation einer „supranationalen Institution“, die „von kurzfristigen Zwängen unbehelligt handeln können“ müsse. Kurzfristige Zwänge „etwa in Gestalt von Wählern mit einem kurzfristigen Horizont“ und da merkt man gleich, wohin die Reise mit dem guten Herrn Randers gehen soll.

Klimaziele müssten langfristig organisiert werden und da störe die Demokratie nur, weshalb er auf die Frage, ob er insoweit für die Abschaffung der Demokratie und die Einführung einer Diktatur sei, ganz offen meinte, „in dieser einen Frage, ja“. Im Übrigen mache „man das in Europa doch mitunter schon längst so“.

Auf die überraschte Frage wobei denn, verwies Randers auf „die EU-Kommission, die zum Teil außerhalb demokratischer Kontrolle arbeitet, und als Folge dessen  hat die Kommission einige weise Beschlüsse im Bereich Klima und Energie gefasst. Ein positives Vorbild!“.

Und wem es da noch nicht die Sprache verschlagen hat, dem kann geholfen werden. Randers würdigt China, dessen grauenhafte Unterdrückungspolitik nur dem entgehen kann, der permanent wegschaut, und in dessen Kohleminen jedes Jahr hunderte Kumpel wegen völlig unzureichender Sicherheitsstandards umkommen, für die weitsichtige und gute Klimapolitik, denn „ich applaudiere der chinesischen Regierung, die mehr Windmühlen aufstellt als jede andere Regierung der Welt“.

Dem Deutschen Bundestag wird im Hinblick auf die sog. Energiewende, deren Folgen wir gerade versuchen in den Griff zu bekommen, auch „applaudiert, sich mit seinem Beschluss letztlich über die Meinung des Volkes hinweggesetzt zu haben“.

Ganz generell orientiere er sich am „Diktator auf Zeit“ der Antike, die Diktatur sei „die Ausnahme, nicht der Normalzustand“.

Der „gute Diktator“ solle der IPPC sein, der dann den nationalen Regierungen „Anweisungen in Sachen Emissionsreduzierung“ geben dürfe und über ein eigenes Budget verfügen müsse.

Bääääng. Na ja, man könnte meinen, da hat sich jemand nicht ganz im Griff oder sei unterzuckert. Randers ist aber Professor für Klimastrategien an der Norwegian Business School, war Vorsitzender der Norwegischen Kommission zur Reduzierung von Treibhausgasen und gehörte dem Club of Rome an, der in den 70ern die „Grenzen des Wachstums“ beschwor.

Die Welt ist wie wir wissen nicht untergegangen und die Grenzen des Wachstums sind auch nicht in Sicht, wenn man sich etwa die Entwicklung „grüner“  Industrien anschaut, gleichwohl herrscht in der Klimafrage der permanente Alarmzustand, jetzt angereichert durch die grüne Diktatur.

Ich möchte die Welt und das Schicksal meiner Kinder und Enkeln solchen Fanatikern nicht ausliefern. Fanatiker deshalb, weil diese Leute für ein höchst fragwürdiges Anliegen – die Ursachen und Abläufe  des Klimawandels sind ja nur ansatzweise verstanden – über Jahrhunderte  erkämpfte Errungenschaften für die Rechte des Individuums ohne Federlesen über Bord werfen.

Wir wissen im Übrigen durch zahlreiche abschreckende Beispiele, dass gerade die, die das Paradies auf Erden versprechen, wenn man sie nur machen  lasse, vorübergehend selbstverständlich und ausschließlich im Dienst der guten Sache, die Hölle auf eben dieser Erde entfesseln.

Und als wäre das noch nicht genug, darf der Entmündigte in Randers ´ Modell die Folgen dieser Entmündigung auch noch selbst bezahlen und das nicht nur via nationale Steuern für vom IPPC zwingend vorgegebene Klimaschutzmaßnahmen, sondern auch noch für Projekte, die der IPPC selbst betreibt und für die er denen, die das bezahlen selbstredend ebenfalls nicht rechenschaftspflichtig ist.

Der Hinweis auf die Diktatur „auf Zeit“ ist reine Augenwischerei, das zeigen das ewige Leben der wilhelminischen Schaumweinsteuer und  die Größe des Problems, für dessen Lösung nur in Jahrzehnten gedacht werden kann. Nö, hier will jemand endgültige Fakten schaffen.

No taxation without representation, es ist Zeit, die Vorbereitungen für eine weitere Tea Party zu treffen.

Und wenn wir schon dabei sind, wer sagt eigentlich, dass sich aus der Klimadiktatur nicht beispielsweise auch die Gesundheitsdiktatur ableiten ließe, mittels der dann etwa die, die einen vom genormten Standard abweichenden Lebensstil pflegen, zu dick sind, zu faul oder was auch immer, mittels entsprechender Repressalien zurück in den Schoß von Mutter Vernunft holt, alles nur gut gemeint und zum Besten dieser Partisanen?

Und gibt es einen richtigen Weg zur Lösung?  Nach Randers ja, denn der IPPC ist der Einzige, der vorgibt was wann wie zu tun ist.

Ausgerechnet der IPPC ist doch in die Schlagzeilen geraten, weil nicht nur sein angeblich ausgefeiltes peer reviewing zu oft auf Quellen wie Greenpeace- und WWF-Papieren basiert, die man mangels Gegenprüfung bestenfalls fragwürdig nennen kann, sondern ganz generell auch seine Schlussfolgerungen und Prognosen oft meilenweit daneben waren, in etwa wie die des „Club of Rome“.

Wer oder was würde den „guten Diktator“ also in der Sache legitimieren, wenn man sich auf diesen hanebüchenen Unsinn einmal tatsächlich einließe. Tatsächlich treibt nämlich nicht etwa Klimapolitik à la Planwirtschaft die Karre voran, sondern ein Wettbewerb der Ideen und der ist nur möglich in einem freien Umfeld, die Finnen machen es mit ihrem Diesel aus Abfällen gerade vor. Jede Planwirtschaft hat ihre meilenweite Unterlegenheit  nun doch hinreichend bewiesen.

Diese Leute wollen nicht nur die Demokratie in einen Friedhof verwandeln, sondern auch das abschaffen, was den Menschen ganz wesentlich auszeichnet – seine Neugier.

Es gab Ende des 19. Jahrhunderts genügend Studien, dass New York binnen dreißig Jahren in  Pferdescheiße ersticken würde, weil die Zahl der Pferdedroschken wegen der drastisch ansteigenden Bevölkerungszahlen explodieren würde. Was ist passiert? Der Mensch hat das Automobil erfunden.

Also Vorsicht vor diesen Weltuntergangsapologeten, die doch nur unser aller Wohl wollen.

Wenn man dann noch berücksichtigt, dass Randers leitende Funktion beim WWF hatte, der mit eigenwilligen Regenwaldaufforstungen und noch eigenwilligeren Klimazertifikaten für interessierte Konzerne aufwartet, mit deren Vertretern er regelmäßig ratscht, und im „Beirat  für nachhaltiges Wirtschaften“ von Dow Chemical sitzt, dann erinnert man sich auch daran, dass die „grüne Industrie“ zwar einen guten Ruf hat, gleichwohl Hunderte von Milliarden macht und das für Leute mit der Perspektive Randers´ wahrscheinlich noch ausbaufähig ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Und hey – wenn dieser Randers einen klaren Gedanken bei seiner Werkelei  mit  demokratischen Grundstandards hatte, dann den, dass er auf die Abwesenheit demokratischer Strukturen bei der EU hingewiesen hat.

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