16.2.2012:

Wie komplex und kompliziert das Ganze ist, zeigen auch die Untersuchungen von Markus Berger und Vanessa Bach von der Technischen Uni Berlin zum Thema weltweiter Wasserverbrauch, dargestellt am Verbrauch für die Herstellung eines Liters Milch.

Abgesehen davon, dass dafür ein Aufwand von etwa 100 Liter Wasser betrieben werden muss und die Stallkuh beispielsweise in Folge des an sie in der Regel verfütterten Soja-Futters eine deutlich schlechtere Wasserverbrauchs-Bilanz hat als ihre Kollegin von der Weide, erklärten die Forscher zur Alternative "Bioprodukte" am Beispiel von Treibstoffen:

Weil Biosprit aus Pflanzen hergestellt werde, die einiges an Wasser konsumiert haben, steckten in einem Liter Biodiesel weit mehr als die 10.000-fache Wassermenge als im konventionellen Diesel, der aus Erdöl raffiniert werde.

Wer die Wasserbilanz im Auge habe, solle also die Finger vom Biosprit lassen.

Andererseits kommt Biosprit, der zum Beispiel in Brasilien aus Zuckerrohr hergestellt werde, in der Klimabilanz viel besser weg als Treibstoff aus Erdöl, wobei - ich ergänze hier - noch gar nicht berücksichtigt ist, dass die Areale für den Anbau von Zuckerrohr im Zweifel vorher brandgerodet (Stichwort grüne Lunge) wurden, was zwar möglicherweise nicht die Wasserbilanz, aber ganz sicher die allgemeine Umweltbilanz belasten dürfte, wozu ja schon etwas gesagt wurde. 

Auch hier also ein könnte, müsste, würde, aber keine eindeutig richtigen Lösungen, die doch angeblich so augenfällig sind.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und das, was einem als richtiger und vor allem einziger Weg vorgegeben werden soll, driften auseinander wie die Eisschollen der angeblich CO2-bedingt wegtauenden Arktis.

 

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