13.2.2012:

Die Hilfstruppen des IPCC formieren sich.

In diesem Fall in Person des Max-Planck-Instituts-Meterologen Jochem Marotzke, der zu Varenholts Buch t-online ein Interview gab, in dem er auf die Frage, wieso die prognostizierte Klimaerwärmung seit 10 Jahren stagniere, Folgendes sagte:

"... Wenn wir von Erwärmung sprechen, müssen wir längere Zeiträume betrachten. Denn unser Klima schwankt immer ein wenig, das hat aber natürliche Ursachen.

Ähnlich wie so komplexe Systeme wie die Atmosphäre oder die Ozeane nicht statisch sind, sondern variieren, so verändert sich auch das Klima. Wir nennen das interne Variabilität. Sie braucht gar keinen äußeren Antrieb. Zu diesen leicht schwankenden Werten zählt auch die globale Mitteltemperatur beim Klima.

In einem Zeitraum von zehn Jahren, variiert die durchschnittliche Temperatur etwa um 0,2 Grad - aus rein natürlichen Ursachen. Dieser Wert von 0,2 Grad ist aber auch genau das Ausmaß der Erwärmung, was wir auf Grund des gestiegenen CO2-Anstiegs in einem Jahrzehnt erwarten.

Das bedeutet, unter Umständen können sich die natürliche Variabilität und die menschengemachte Erwärmung in bestimmten Zeiträumen auch einmal aufheben. Das haben wir in den letzten zehn Jahren gesehen.

Wie kann es nun sein, dass auf unserer Erde, die durch den Klimawandel ständig mehr Wärme aufnimmt, trotzdem die Oberflächentemperatur nicht weiter zunimmt?

Der Mechanismus ist klar: Eine Phase der Stagnation bei der Erderwärmung ist verknüpft mit der verstärkten Wärmeaufnahme in den Tiefen der Ozeane. Wie das im Detail funktioniert, erforschen wir gerade. Ein kurzfristig gleichmäßiges Temperaturniveau ist daher mitnichten eine Widerlegung der Klimamodelle...".

Übersetzung: Eigentlich weiß ich es nicht, es ist aber das CO2, auch wenn das nicht immer das macht, was wir in unserer Kristallkugel erkennen. Und Mutter Erde ist immer für ´ne Überraschung gut.

Vor knapp über zwei Jahren, genauer am 25.11.2009 gab Marotzke wetter.info auch ein Interview und da klang das etwas anders:

"...Für mich ist keine der gängigen Theorien überzeugend. Es ist zum Beispiel gesagt worden, es läge an der „schwächelnden" Sonne.

Es ist richtig, dass in den letzten zwei bis drei Jahren die Sonnenaktivität gering ist. Es stimmt auch, dass diese Phase der geringeren Aktivität länger ist, als man es erwartet hätte.

Das kann meiner Meinung nach aber nicht die gesamten letzten neun Jahre erklären. Alle anderen Phänomene, die so etwas erklären könnten, haben nicht stattgefunden.

Es hat keine größeren Vulkanausbrüche gegeben. Es hat auch keine besonders ausgeprägte Phase der El-Niño-Oszillation gegeben, wo man sagen könnte, dass wir jetzt in einer besonders kalten Phase sind. Alle Mechanismen, von denen wir wissen, dass sie im Prinzip wirken, greifen hier nicht, und deswegen bin ich persönlich ein bisschen ratlos.

Ich bin überzeugt, dass es an der natürlichen Temperatursachwankung liegt, aber ich kann meinen Finger nicht auf eine bestimmte Theorie legen und sagen: das erklärt das, was wir sehen.... Jeder Klimawissenschaftler weiß um diese natürlichen Schwankungen.

Wenn wir uns aber um die Kommunikation mit den Medien bemühen, gibt es natürlich die Notwendigkeit zur Vereinfachung, das ist völlig klar. Lange Zeit war natürlich der Zusammenhang zwischen Kohlendioxidgehalt und Erderwärmung genau das, was vermittelt werden sollte.

Dass es auch natürliche Schwankungen gibt, schien nicht so wichtig. Die sind dann ein bisschen unter den Tisch gefallen, nicht gezielt verschwiegen worden. Und die Journalisten wollen die Sache auch nicht unnötig kompliziert machen.

Man wollte sich auf das Wesentliche konzentrieren, aber was das Wesentliche ist, das kann sich auch mal ändern...".

Übersetzung: Ich weiß es nicht.

Die Klimaerwärmung blieb wie wir wissen taggenau auch zwischen dem 25.11.2009 und dem 13.2.2012 aus.

Das Einzige, das in dieser Zeit anstieg war die Überzeugung bei Jochem Marotzke, das CO2 und damit der Mensch seien an allem schuld.

Auf die Frage, warum Varenholt mit seinem Egmont Koch um Gottes Willen denn das Buch geschrieben habe, wusste der Planckengänger Folgendes zu berichten:

"... Das ist die Gretchenfrage … Es gibt natürlich diese These, das sei alles nur, um dem RWE-Konzern zu helfen, der die Energiewende verschlafen habe. Das klingt plausibel, ob es stimmt, weiß ich nicht.

Im Zweifel nehme ich aber erst einmal an, die beiden glauben wirklich daran, dass sie ein Übel aufgedeckt hätten und wollen das mit ihrer Veröffentlichung jetzt gerade rücken. Aber das Buch wird wohl keine nachhaltige Wirkung haben.

Ich bin Optimist: Ich glaube, mittel- und langfristig setzt sich die Qualität der Argumente durch. Und die wissenschaftliche Qualität der Argumente in diesem Buch lässt sehr zu wünschen übrig. Das ist die Gretchenfrage …

Es gibt natürlich diese These, das sei alles nur, um dem RWE-Konzern zu helfen, der die Energiewende verschlafen habe. Das klingt plausibel, ob es stimmt, weiß ich nicht. Im Zweifel nehme ich aber erst einmal an, die beiden glauben wirklich daran, dass sie ein Übel aufgedeckt hätten und wollen das mit ihrer Veröffentlichung jetzt gerade rücken...".

Zur "wissenschaftlichen Qualität" äußert sich dieser Mensch besser nicht, wenn man sich seine Eierei vergegenwärtigt.

Ich bin immer wieder über diese Stutenbissigkeit angeblicher Fachleute unangenehm überrascht, die doch ebenso angeblich unser aller Schicksal in Händen halten und bar jeder Eitelkeit am Wohle Aller feilen.


Oder - um im Marotzke´schen Fahrwasser zu bleiben: Hätte er vielleicht gerne selbst große Fahrt aufgenommen, literarisch gesprochen, und muss nun dem Tantieme-Kaventsmann, der sicher über Varenholt (und Koch)  hereinbrechen wird, unerhört und ohnmächtig zusehen?

Der perfide Hinweis auf die Großindustrie und angeblich Verschlafenes spricht jedenfalls Bände.

 

Im Übrigen: Sarrazin, ick hör´ dir trapsen. Der IPCC-Klüngel kann nicht aus seiner Haut, wie alle, die sich im Besitz der allein seligmachenden Wahrheit wähnen.

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