So, jetzt schließe ich diese Seite wieder, es ist gesagt und getan, was zu sagen und zu tun war.

Wer noch gezweifelt hatte, dass es ein Problem mit "dem" Islam gibt, der müsste durch die traurige Posse um den Kölner "Charlie Hebdo"-Karnevalswagen eines Besseren belehrt werden. Ein banales, aber typisches Skandälchen, das sich einreiht in die lange Liste falscher Toleranz, Feigheit und Kleinmut. Wir sind eben nicht alle "Charlie".

Das Kölner Festkomitee hatte für den Zooch 2015 einen Meinungs- und Pressefreiheitswagen entworfen, der schon deutlich entschärft war und ein Männchen zeigte, das seinen Bleistift in die geborstene Mündung einer Kalaschnikow hielt, die gehalten war von einem erkennbar als Islamist dargestellten Pappkameraden. Prompt kamen Bedenken, es könne Anschläge geben, angeblich weigerten sich Profinarren, vor oder hinter dem Wagen zu gehen. Die Sicherheitsbehörden gaben Entwarnung, man habe keinerlei Hinweise auf eine Bedrohung.

Gut, Eier in der Hose kann man nicht dekretieren, wenn sie dort feige sein wollen, geschenkt. Dann kam´s aber dicke.

Die DITIP, also die deutsche Außenstelle der AKP, teilte zur Eliminierung des Wagens mit, man finde "es sehr positiv, dass diese Entscheidung getroffen wurde", man erwarte, "dass man unseren Werten Respekt" erweise.

Waren die nicht eben auch noch "Charlie"? Ich dachte, Islamismus habe mit dem Islam nichts zu tun und (nur) gegen Islamismus richtete sich der Wagen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass er nach den Pariser Attentaten die (angebliche) Macht der Feder gegen das Gewehr thematisierte. Es wäre zu erwarten gewesen, dass DITIB die Message genau so verstehen MUSSTE. Das aber nur, wenn man WOLLTE, und man wollte offensichtlich nicht. Ich spare mir jedes weitere Wort zu  dieser unglaublichen Torheit, die man nur als Einladung an jeden Böswilligen und vor allem als Verrat an den getöteten Pariser Redakteuren verstehen muss.

In Brüssel wiederum spielt sich das ab, was jeder mit Verstand prognostiziert hat - Vertragsbruch und Erpressung lohnen sich, crime pays. Die Tsipras-Bande setzt sich durch, weil man genau wusste, mit welcher Art Strategen man es zu tun hat. Ich habe schon nicht verstanden, weshalb Martin Schulz postwendend nach Athen fliegen musste, um Herrn Tsipras angeblich die Meinung zu geigen. Athen ist Schuldner, also hätte man Tsipras in Brüssel erwartet und nicht umgekehrt, aber das zeigte schon, wohin die Reise gehen würde. In Brüssel sagt man nur noch danke nach der Vergewaltigung, Hauptsache, es geht irgendwie und auf wessen Kosten auch immer mit dem Euro weiter.

In der FAS - Achtung Wetterleuchten - ist heute die Rede davon, dass den Sparkassen und Volksbanken, die Solidität in Person und banklicher Rettungsanker für den vielzitierten "kleinen Mann" bis 2018 angesichts der EZB-Politik finanziell die Puste ausgehen dürfte.

Haben also die Pegida-Demonstranten wirklich so Unrecht?

Und noch etwas - es ist mittlerweile Februar und die Avantgarde dieses Landes bekommt angesichts des Wortes "Lügenpresse" immer noch Schluckauf, obwohl nicht wenige von ihnen diesen Begriff selbst im Munde führten, als es weiland gegen Springer ging. Das ist verbrieft.

Niemand verkennt, dass es einzelne Stimmen auch in der Presse gab, die forderten, mit den Demonstranten und ihren Anliegen fair umzugehen und sich auch verwundert zeigten, ob der teils strafrechtlich relevanten Äußerungen sog. Spitzenpolitiker gegenüber Pegida. Das Gros sah das nicht differenziert, sondern wurde, dieser Schluss ist nach den grässlichen Entgleisungen der Herren Heinen und Kohler erlaubt, auf Pegida losgelassen wie ein Rudel Schweißhunde. Ich sage es mal mit Paracelsus - letztlich ist ALLES giftig, wenn man es nur hoch genug dosiert und so ging man vor, eine Retrospektive zeigt das deutlich. Eine Tragödie für das gesellschaftliche Klima in diesem Land, aber ich will nicht schon wieder jammern.

Abschließend poste ich zwei Beiträge von Gerd Held unter der Überschrift "Etwas geht zu Ende". Aufgeteilt in Teil 1 und Teil 2 findet sich hier eine gelungene Zusammenfassung eines für die Geschichte dieser Republik bemerkenswerten Jahreswechsel.


Abschließend meine Antwort auf ein Posting eines sehr geschätzten Debattengegners, der sich nach dem faktischen Scheitern Pegidas nicht des Gefühls von "Triumph" erwehren konnte:

"So, jetzt habe ich endlich mal Zeit. Ich glaube, das Wort "triumphieren" hat in diesem Zusammenhang ein Gschmäckle wie man hier ja so gerne sagt. Niemand hat erwartet, dass Pegida ewig währt, ich habe auf meiner Homepage schon vor vier Tagen spekuliert, ich könne mir vorstellen, dass P. den Zenit überschritten hat. Das ist egal, weil P. gnadenlos offen gelegt hat, was in dieser Gesellschaft schief läuft und darin liegt für mich der echte Verdienst der Leute, die sich Montag für Montag in Dresden den Hintern abgefroren haben und über die Frank Richter sagt: "Meiner Wahrnehmung nach sind 90 Prozent der dort Mitlaufenden tatsächlich besorgte Bürger, die sich viele Gedanken machen.“ So sehe ich das auch. Die hysterischen Reaktionen in Politik und Medien angesichts friedlicher Demonstranten und das immer weiter verstärkte Bombardement in den Medien hat für mich klar bewiesen, dass der Kaiser nackt ist. Kleines Beispiel: Vorvorgestern fuhr ich morgens ins Büro., Im DLF eine von mindestens 25 Pegidaberichten, die mich allmählich anödeten, weshalb ich auf SWR2 umschaltete, wo es zeitgleich einen praktisch identischen Horrorbericht gab. Diese Gesellschaft ist sich ihrer selbst nicht mehr gewiss, sie ist in einer Weise selbstunsicher, dass einem für die Zukunft angst und bange werden kann, denn wer von denen will entschlossenem Terror tatsächlich etwas entgegensetzen? Was man nicht sehen und hören will, wird bewusst ausgeblendet wie der Ausnahmezustand in Hameln durch nicht zu integrierende Kurden und der rassistische Mord an der schwangeren Berlinerin oder gesellschaftlich ausgegrenzt und geächtet. Man ist eben n i c h t Charlie. Es hat begonnen und es setzt sich fort, der Rückzug des Kölner Wagens ist ein banales, aber typisches Zeichen, das anderen Ortes natürlich als Zeichen der Schwäche zutreffend gedeutet wird. Ich denke, dass Pegida oder wie immer sich das künftig nennt sich sammeln muss und wird, die Probleme sind ja nur angesprochen, aber nicht gelöst, die Politik setzt auf Aussitzen, die Probleme nicht nur beim Euro werden ihr aber über den Kopf wachsen. Die Mittelschicht, um die es hier geht und die u.a. die Folgen der idiotischen Europolitik und der ebenso idiotischen und wie man liest völlig aus dem Ruder laufenden Rentenpolitik zu bezahlen hat, wird nicht ewig stillhalten. Das was wir in Dresden erlebt haben, ist das Wetterleuchten. Leider hat man das nicht verstanden und es hat gefallen, die Leute zusätzlich zu reizen mit dem im Fall Sarrazin erprobten Instrumentarium. Lassen Sie es fünf Jahre dauern oder zehn, es wird aber zum Knall kommen und dann mag man an den Satz von Churchill denken, dass man die Deutschen entweder vor sich auf den Knien oder eben an der Kehle hat."

Ich habe fertig.


Doch noch nicht ganz:

Nachtrag 4.2.2015: Was gemunkelt wurde, scheint sich zu bewahrheiten - Lübecker Schüler wurden zur Teilnahme an "Toleranz"-Demos genötigt, das Schulamt ermittelt. Wir erinnern uns, die Tagesschau und sämtliche übrigen Nachrichtensendungen überboten sich tagelang mit Zahlen zu "Gegendemonstranten". Peinlich.

Und: Jetzt ist es raus, die TU Dresden hat in Erfahrung gebracht, dass ein Drittel der Pegida-Demonstranten dem fremdenfeindlichen rechten Lager zuzuordnen ist (das sind die, die man immer - one for all - interviewt bzw. zitiert hat) und zwei Drittel Leute sind, die "besorgt und empört" sind (= kein Interview, kein Zitat).

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