Als ich heute Morgen die FAS aus meinem nach wie vor ungekündigten FAS-Abo aufschlug, entdeckte ich als Erstes die Karikatur auf Seite 1.

Die praktisch ganz in schwarz gehaltene Zeichnung zeigt die Schemen eines vermummten und mit Sturmgewehr bewaffneten Mannes, der auf den Betrachter zuzustürmen scheint.

In Kopfhöhe ist der Begriff „Lügenpresse“ aufgezeichnet.

Konnex und Absicht sind klar, denn ein Kohler kann nicht irren, er vergibt und vergisst niemals.

 

Ich feilte also geistig am Entwurf meines Kündigungsschreibens, als es „pling“ machte und ich bemerkte, dass diese Zeichnung und ihre traurig-dämlichen Vorgänger genau der Grund sind, das Abo NICHT zu kündigen.

 

Ich würde damit zu erkennen geben, dass ich weder die Aufklärung, noch die Motivation der „Charlie Hebdo“-Leute verstanden hätte.

Ich befände mich im Übrigen in der Gesellschaft  von Leuten, die wiederum Pegida für antiaufklärerisch halten und damit beweisen, dass sie es mindestens ebenso wenig begriffen haben wie ich.

 

„Charlie Hebdo“ hat wie ich schon schrieb praktisch tout le monde vor´s Schienbein getreten und wurde x-Mal angezeigt und verklagt.

Die französischen Gerichte haben aber alle Angriffe auf ein „Satire darf alles“ abgewehrt, weshalb das laizistische Frankreich in Fragen der Aufklärung sehr viel weiter ist als Deutschland.

 

"Charlie Hebdo" wäre in Deutschland schon seit vielen Jahren systematisch fertig gemacht worden und zwar genau von den Leuten, die heute davon faseln, sie seien "Charlie". "Charlie Hebdo" hätte nämlich u. a. Muslime "unter Generalverdacht gestellt" und wie wir alle wissen, ist das ein inakzeptabler Verstoß gegen das elfte Gebot der bundesdeutschen Betroffenheitsbibel.

Ach übrigens: Wer „Titanic“ für den deutschen Ableger von „Charlie Hebdo“ hält, sollte noch einmal in sich gehen. Titanic ist bestenfalls gratismutig, da reicht es nur zu photoshopgefälschten Bildern vom Papst in verpinkelter Soutane oder ähnlichen Geniestreichen, man weiß, dass man von Katholiken nichts zu erwarten hat außer bösen Briefen, Gebeten und Blicken.

 

Nö, „Charlie Hebdo“ lebte im Minenfeld und wurde vom französischen Staat geschützt, aber vergeblich wie sich zeigte.

 

Die FAS schöpft mit dem Kohler-Geschwätz und den Zeichnungen, wenn auch mit deutlich kleinerer Kelle, aus derselben Quelle wie „Charlie Hebdo“ und getreu dem Voltaire´schen Wort muss es auch MEIN Anliegen sein, dass die das dürfen.  Zu dem was sich die Hamburger MoPo - heute schon Opfer eines Brandanschlages - nach den Pariser Anschlägen traute, hat es zwar nicht gereicht, sondern nur zu todesmutigen Angriffen auf die harmlose Pegida, aber nun gut. 

Ich mag auch den Konnex Pegida – Paris für irrsinnig, vor allem für irrsinnig dämlich halten, aber die dürfen das, egal ob es mir gefällt oder nicht.

 

Erst wenn man das begriffen hat, ist man tatsächlich „Charlie“.

 

Das gilt auch für die, die Pegida für antiaufklärerisch halten. Da gibt es nämlich nur eine einzige Frage – ist Pegida verfassungswidrig?

 

Wer diese Frage bejaht, sollte sich zum ersten Mal im Leben ein Exemplar des Grundgesetzes kaufen und noch mal nachlesen oder überhaupt mal anfangen, das Kleinhirn in Betrieb zu setzen.

Wer die Frage aber verneint, wird nicht umhinkommen zuzugestehen, dass Pegida von einem oder mehreren verfassungsmäßig(en) Rechten Gebrauch macht und alles dafür getan werden muss, dass sie das kann.

 

Der Inhalt ihrer Forderungen und Äußerungen, solange und soweit er auf dem Boden des Grundgesetzes steht, darf dabei keine Rolle spielen.

 

Gerade nach den Anschlägen von Paris müssten die Pegida-Kritiker sagen, demonstriert, artikuliert euch, tobt, wir sind zwar nicht einverstanden mit dem, was ihr sagt, aber wir verteidigen euch gegen jeden Versuch, euch dieses Recht streitig zu machen oder zu beschneiden.

Denn tun wir Pegida-Kritiker das nicht, sind wir auch nicht besser als die, die wir vorgeben zu bekämpfen. Die wollen nämlich auch nicht, dass ihr frei eure Meinung sagt.

Die töten physisch, wir versuchen das mit Worten, man sieht das perfide Vokabular gegen Pegida lässt sich auch umdrehen.

Das kann es hüben wie drüben aber nicht sein, wir sitzen gegen diese islamistischen Mörder alle im selben Boot, das müssen wir begreifen, sonst entehren wir die Toten von Paris und ihr Vermächtnis.

 

Folge: Wenn man versucht, den Pegida-Demonstrationen den Saft abzudrehen, hat man wie oben erwähnt nicht ansatzweise verstanden, was Aufklärung war und wollte.  

 

Und da komme ich zurück zum Verständnis von Aufklärung in Frankreich einerseits (erste Klasse) und dem in Deutschland (pure Provinz) – wenn Ministerpräsidenten und Oberbürgermeister mit Verleumdungen und Aufrufen arbeiten, um Demonstrationen zu verhindern, sind sie weiter von Intelligenz und Aufklärung entfernt als ein Schwein vom Pilotenschein.

 

Diese Herrschaften, die vom Wähler doch den Auftrag erhielten, u.a. solche Dinge wie in Paris zu verhindern, sollten ihre Zeit lieber damit zubringen, Erklärungen dafür zu formulieren, warum geistige Brandstifter wie Abou Nagie, Pierre Vogel, Sven Lau, Herr Choudary in London und die ganzen widerlichen Hetzerexistenzen in den islamischen Einrichtungen frei herumlaufen und junge Leute für den Dschihad rekrutieren. Tun sie aber nicht, ist auch einfacher gegen Pegida zu hetzen. Schlimm und dumm, eine gefährliche Mischung.

 

So, wie gesagt, i rebooted myself, das FAS-Abo bleibt, die Redaktion hat unter Herrn Kohler schon genug zu leiden. Meine Abogebühren sind mein zugegeben kleiner Beitrag dafür, dass die FAS auch kreuzdummes Zeug in die Welt hinausrufen darf. Das ist wichtig und das ist "Charlie".

 

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