11.7.2011:

Die Erde hat sich in den vergangenen zehn Jahren kaum erwärmt, das scheint Fakt zu sein. Also kommt man ins Schleudern und es müssen Erklärungen her.

Robert Kaufmann, Uni Boston, meinte aktuell bei den sog. "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften, der elfjährige Sonnenzyklus, der zuletzt zu einer geringeren Sonneneinstrahlung geführt habe, sei einer der abkühlenden Effekte.

Des Weiteren ist "El Nino" in "El Nina" übergegangen, ein mit kalten Oberflächenströmungen im Südpazifik verbundenes Wetter-phänomen. 

Damit aber nicht genug.

China habe zwischen 2003 und 2007 seinen Kohleverbrauch verdoppelt, die vorherige Verdoppelung habe 22 Jahre gedauert. Die durch die steigende Menge Schwefeldioxide verursachten Aerosolpartikel würden das Sonnenlicht in den Weltraum zurückwerfen. Da die Chinesen allerdings an ihren Filtern frickeln, sei der Abkühleffekt nicht von Dauer.

An dieser Stelle könnte man kurz innehalten und sich vergegenwärtigen, dass die angekündigte menschengemachte Klimaerwärmung mittels Umweltverschmutzung also ausfällt, weil es zu viel menschengemachte Umweltverschmutzung gab.

Ich verzichte auf die hier an sich fällige Häme, denn Umweltschutz ist und bleibt auch für mich ein wichtiges Anliegen, mir geht es hier vielmehr nur darum, Pinocchio die Lügennase abzusägen.

Die Kaufmann´schen Erklärungen offenbaren meines Erachtens ungewollt das Hauptproblem bei der Sache - das globale Klima, das es zweifelsohne so nicht gibt, da man sicher in Klimazonen zu unterscheiden hat mit unterschiedlichen Reaktionsmustern, ist derart komplex und von derart vielen Faktoren abhängig, dass eine vernünftige, auch nur kurz- bis mittelfristige Prognose gar nicht möglich ist und das, was einem von interessierten Kreisen immer wieder vorgekaut wird, zwangsläufig reine Wahrsagerei sein muss.

Allein der Umstand, dass man von "El Nina" überrascht wurde, sagt mir genug.

Für mich ist Klima auch nichts anderes als Wetter über einen längeren Zeitraum betrachtet, denn wenn ich über 20 Jahre täglich den Wetterbericht für die nördliche Sahelzone zusammenzimmere und über das Radio verbreite - sonnig, Temperaturen bis 50°, keine Niederschläge -, dann habe ich nach 20 Jahren die Feststellung, in der nördlichen Sahelzone herrsche ein trocken-heißes Klima.

Und wenn ich mir dann vergegenwärtige, wie sicher die Montagsprognose bei Christian Häckl für den kommenden Freitag ist, dann bleiben für mich kaum noch Fragen offen.

Und noch ´ne Schote - Das IPCC hat nach dem unüberhörbaren Rumoren im weltweiten Wissenschafts- und Öffentlichkeitsgedärm beschlossen, dass die dort tätigen Wissenschaftler keinem Interessenkonflikt ausgesetzt sein dürfen, also beispielsweise nicht gleichzeitig für die Ölindustrie tätig sein können.

Für Greenpeace schien das aber irgendwie nicht zu gelten.

Am 9.6.2011 teilte das IPCC mit, bis 2050 könnten 80 (in Worten achtzig) Prozent des gesamten Bedarfs der Erde an Energie durch erneuerbare Energien bereitgestellt werden. Holla!

Dazu hatte das IPCC eine Arbeitsgruppe gebildet, die ähnlich wie weiland bei den Evangelien 164 Szenarien zu dieser Frage auswertete und genau 4 (in Worten vier) auswählte.

Gruppenmitglied war auch Sven Teske von Greenpeace.

Die erwähnten 80% waren natürlich volle Granate und eine Steilvorlage für die extrem teuren Investitionen, die ja dann auch erforderlich würden.

Das Problem war nur, dass die Gesamtszenarien im Durchschnitt einen Anteil der Erneuerbaren von 27% sahen und das verkauft sich natürlich auf den ersten Blick jetzt nicht so toll wie 80%, aber man bekommt so eine laue Ahnung, welche vier Szenarien da rausgesucht wurden.

Und wenn man schon mal die Luft rauslässt - die eingangs erwähnte Unvereinbarkeit gilt nicht wie erwartet ab sofort, sondern erst ab 2014. Was sich aber erst nachträglich herausstellte.

Bis dort - business as usual. 

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