"Die Hamas übt Gewalttaten gegenüber Israel und israelischen Staatsbürgern aus und beeinträchtigt dadurch die friedliche Verständigung des israelischen und palästinensischen Volkes.

Sie negiert schon von ihrer Satzung her das Existenzrecht Israels und fördert den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung ihrer politischen und religiösen Ziele.

Die politisch, militärisch und finanziell mit Iran verknüpfte Hamas ist ein einheitliches Gebilde, bei dem die sozialen Aktivitäten nicht von dem terroristischen und politischen Vorgehen der Organisation getrennt werden können", sagte Bundesinnenminister de Maizière anlässlich der Bekanntgabe des Verbotes der "Internationale Humanitäre Hilfsorganisation" (IHH) mit Sitz in Frankfurt.

Die IHH sammelt in Deutschland Gelder, die dann an sog. Sozialvereine im Gaza-Streifen fließen. Diese Organisationen werden aber von der Hamas unterhalten, weshalb die in sicher überwiegend gutem Glauben gespendeten Gelder unmittelbar den Waffenkäufen der Hamas zu Gute kommen.

Nota bene: Die IHH hatte auch die "Friedensmission" organisiert, der sich u.a.  die drei Abgeordneten der "Linke" Annette Groth, Norman Paech und Inge Hörger sowie der Schriftsteller Henning Mankell angeschlossen hatten.

Wie sich die Sache auf der "Mavi Marmara" am 31.5.2010 entwickelt hat, ist ja bekannt. Und interessant ist, was sogar die Jusos Bochum-Mitte dazu sagen.

Für mich ergibt sich daraus übrigens auch ein weiterer Querbezug zu den bundesdeutschen Linken, denen Prof. Samuel Salzborn, Vertretungsprofessor für Demokratie-forschung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Gießen, wie ich finde mit Recht ein Antisemitismusproblem nachsagt, nachdem es wie erwähnt zur Teilnahme von linken Abgeordneten an der "Friedensmission" gekommen ist, vom (guten) Verhältnis zur FARC mal ganz zu schweigen.

Hinzu kommt, dass etliche Abgeordnete der Linken, allen voran natürlich Sahra Wagenknecht, nach der Rede von Shimon Peres  im Bundestag im Januar 2010 demonstrativ sitzen blieben.

Frau Wagenknecht meinte hernach, sie habe nicht den Opfern der Schoah - zu denen übrigens auch Peres´ Großvater gehörte - das Gedenken verweigern, sondern gegen einen Staatsmann protestieren wollen, der „selbst für Krieg mitverantwortlich“ sei.

Gegen das Mitschippern ihrer Genossen auf einem Kahn, der von Organisationen gechartert worden ist, die sogar das Existenzrecht Israels in toto bestreiten und wahllos mit Raketen auf Zivilisten feuern, hatte sie soweit man hört aber nix einzuwenden.

Und weil man gerade gut dabei ist, fordert man auch eine Einbeziehung der Hamas, zu der sich der bundesdeutsche Innenminister klar positioniert hat und deren Charta sogar die Vernichtung Israels fordert, in die Friedensgespräche.

Und ehe jemand auf die Barrikaden geht - klar ist bei den Linken grundsätzlich das Existenzrecht Israels bejaht worden,  uneingeschränkt allerdings nur, wenn "alle politischen Gefangenen (wer immer das nach dortiger Lesart sein soll) freigelassen" würden, ferner müssten "alle israelischen Grenz-sicherungsanlangen (nach deren Errichtung die Zahl der Anschläge drastisch zurückging) abgebaut" und der "Gazastreifen  sofort (dann wohl auch für die Lieferung von Katjuschas und Kalaschnikows) geöffnet" werden.

Ich halte diese Haltung nicht nur Israel gegenüber für zynisch und gräßlich, sondern auch gegenüber den gepeinigten Palästinensern.

Der Großteil der dortigen Bevölkerung befindet sich doch in der Geiselhaft einer unverhohlen aggressiven und verbrecherischen Organisation, die aufbauend auf einer gewalttätigen und  religiös motivierten "Charta"  einen dauerhaften Frieden in Nahost bewusst torpediert.

17.8..2010


Nachtrag 10.11.2010: Oben ist der Name Henning Mankell ja schon gefallen.

GOTT SEI DANK fand ich dessen Oeuvre schon immer Scheiße und habe mir deshalb keinen seiner Romane gekauft.

Mankell -  wie erwähnt ideologischer Leichtmatrose an Bord des Propagandapotts "Mavi Marmara" - dürfte sich seine Fahrkarte als nützlicher Idiot für  den Trip übers Mittelmeer nicht zuletzt mit nachfolgendem Beitrag aus 2009 gelöst haben.

Es wird meines Erachtens mehr als deutlich, dass u.a. Henryk Broder mit seiner Vermutung, die Linke habe ein mächtiges Antisemitismusproblem, welches sie hinter Israelkritik verstecke, völlig recht hat. Mir hat´s nach der Lektüre jedenfalls den Magen umgedreht.

"Es ist natürlich Nonsens zu behaupten, dass wir in jenem Augenblick eine terroristische Bedrohung für Israel darstellten (Anmerkung: Die Gruppe, der Mankell angehörte wurde von israelischem Militär gestoppt und als „Sicherheitsrisiko“ bezeichnet).

Aber gleichzeitig hatten sie ja auch recht.
Sicher stellen wir eine Bedrohung für Israel dar, wenn wir nach Israel kommen und sagen, was wir von der israelischen Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung halten.

Es war ja auch nicht merkwürdig, dass ich und tausende andere damals eine Bedrohung für das Apartheidsystem in Südafrika darstellten. Worte sind gefährlich.

Das waren auch meine Worte, die ich sagte, als es den Veranstaltern gelungen war, die Einweihung in das französische Kulturzentrum zu verlegen, das sich bereitwillig gezeigt hatte:

”Das was wir jetzt erleben, ist eine Wiederholung des verächtlichen Apartheidsystems, das einst die Afrikaner und Farbige als Bürger zweiter Klasse in ihrem eigenen Land behandelte.

Aber wir dürfen nicht vergessen, dass dieses Apartheidsystem nicht mehr existiert. Es wurde durch menschliche Kraft auf den Müllhaufen der Geschichte Anfang der 1990-er Jahre geworfen.

Es geht eine direkte Linie zwischen Soweto, Sharpeville und dem, was kürzlich in Gaza geschah.

In den folgenden Tagen besuchten wir Hebron, Bethlehem, Jenin und Ramallah. Wir wanderten einen Tag in den Bergen zusammen mit dem palästinensischen Verfasser Raja Shehadeh, der uns zeigte, wie sich die israelischen Siedlungen ausdehnten, palästinensisches Land konfiszieren, Wege zerstören, neue bauen, die nur von Siedler benutzt werden dürfen.

Schikanen an den verschiedenen Grenzübergängen lagen auf der Hand.

Natürlich war es einfacher für meine Frau Eva und mich durchzukommen. Aber jene in unserer Delegation, die syrische Pässe hatten oder deren Herkunft palästinensisch war, wurden desto mehr schikaniert.

Bring den Koffer aus dem Bus, pack ihn aus, stell ihn wieder rein, hole ihn wieder heraus ....

Aber selbst in der Hölle gibt es Gradunterschiede. Hebron war am schlimmsten.

Inmitten der Stadt mit 40 000 Palästinensern haben 400 Siedler einen Teil des Stadtzentrums beschlagnahmt.

Die sind brutal und zögern nicht, ihre palästinensischen Nachbarn zu jeder Tageszeit anzugreifen.

Warum ihnen nicht auf den Kopf pissen von hoch gelegenen Fenstern?

Wir sahen einen Dokumentarfilm, wo u.a. Siedler-frauen inklusive deren Kinder palästinensische Frauen treten und schlagen ohne dass das Militär eingreift.

Deshalb gibt es in Hebron Menschen, die im Namen der Solidarität freiwillig palästinensische Kinder zur Schule und zurück begleiten.

Diese 400 Siedler werden rund um die Uhr von 1500 israelischen Soldaten bewacht! Jeder Siedler hat eine permanente Leibwoche von 4-5 Personen bei sich. Die Siedler haben ausserdem das Recht, Waffen zu tragen.

Als wir einen der schlimmsten Übergänge direkt in Hebron besuchten, war dort ein Siedler, unerhört aggressiv, der uns filmte. Sobald er das geringste Anzeichen für etwas Palästinensisches entdeckte, ein Armband, ein Anstecknadel, dann rannte er zu den Soldaten und erstattete Bericht.

Aber natürlich war nichts von dem, was wir erlebten, nur annähernd vergleichbar mit der Situation der Palästinenser. Wir tragen sie in Taxis und auf der Strasse, bei Vorlesungen, an der Universität und im Theater. Wir führten Gespräche und hören, was ihnen zugefügt wird.

Ist es verwunderlich, dass ein Teil von ihnen desperat ist, wenn sie keinerlei Ausweg aus diesem Leben sehen, dass sie sich entscheiden, sich in einen Selbstmordbomber zu verwandeln? Wohl kaum oder? Verwunderlich ist nur, dass es nicht mehr tun.

Die Mauer, die jetzt das Land zerschneidet, wird kurzfristig künftige Attacken verhindern. Aber die Mauer ist ein allzu deutliches Zeichen für die desparate Lage der israelischen Militärmacht. Sie wird am Ende dasselbe Schicksal ereilen wie die Mauer, die Berlin teilte.

Was ich während dieser Reise sah, war völlig eindeutig: der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.

1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war.

Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrössern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen.

Hin und wieder wird eine Siedlung abgerissen, um den Schein aufrechtzuerhalten. Aber bald taucht sie woanders wieder auf. Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird.

Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die Frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden.

Oder ob es zwangsweise geschehen wird.
Auch kann niemand sagen, wann es geschieht.

Der endgültige Aufruhr wird natürlich von innen kommen. Aber plötzliche Veränderungen in Syrien oder Ägypten werden dazu beitragen können.

Ebenso wichtig ist selbstverständlich, dass die USA es sich bald nicht mehr leisten können, diese abscheuliche Kriegsmaschine zu bezahlen, die Steine werfende Jugendliche von einem normalen Leben in Freiheit fernhält.

Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben.

Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten.

Den letzten Abend sollten wir in Jerusalem beenden, wo wir angefangen hatten. Aber das Theater war wieder vom Militär geschlossen worden. Es musste woanders vonstattengehen.

Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.

Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören.

Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.
Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.
"

Veröffentlichung auf www.palaestina.org vom 12.6.2009 eines Berichts von Henning Mankell über seinen Besuch Israels und Palästinas eine Woche zuvor

Anmerkung meinerseits: Primitiv, dumm und purer Antisemitismus. Schämen Sie sich für diese Propaganda, Herr Mankell.

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